02.07.2026

Vom 22. bis 26. Juni fand die Europäische Agroforstkonferenz „EURAF26“ in Neuchâtel in der Schweiz statt und das ZALF war mit zwei Beiträgen von Doktorandinnen Alma Thiesmeier und Julia Fritzsche vertreten.
Der Kongress brachte über 400 Personen aus Wissenschaft, Politik und Land- und Forstwirtschaft zusammen, um sich zu vernetzen, Wissen rund um Agroforst über Ländergrenzen hinweg zu teilen und wissenschaftliche Erkenntnisse in praxistaugliches Wissen zu überführen. Der diesjährige Fokus lag auf Ernährungssicherheit, praxistaugliche Agroforstwirtschaft, Vereinbarkeit von Landwirtschaft und Natur, und der konkreten Gestaltung von Agroforstsystemen.
Alma Thiesmeier präsentierte die Ergebnisse einer Umfrage zu den Präferenzen deutscher Landwirtinnen und Landwirte bezüglich der Rahmenbedingungen, die dazu führen können, Agroforstsysteme in der Praxis zu etablieren. Die Ergebnisse zeigen, dass weiterhin die ökonomische Leistung dieser Systeme ein entscheidender Faktor ist. Allerdings können zusätzliche öffentliche Zahlungen, insbesondere jährliche Zahlungen für Management-Kosten und Förderung der Etablierungskosten, zusammen mit zusätzlichen ökologischen Vorteilswirkungen dazu beitragen Landwirte von Agroforst zu überzeugen. Allerdings haben weitere Analysen auch gezeigt, dass für viele Landwirte in Deutschland Agroforst weiterhin eine ökologische Maßnahme bleibt und weniger als ökonomische Chance gesehen wird. Das macht deutlich, dass die Wertschöpfung aus Agroforst zukünftig im Fokus stehen muss, um Landwirtinnen und Landwirte langfristig von diesen Systemen zu überzeugen.
Julia Fritzsche präsentierte ihre neuesten Ergebnisse aus dem
Agroecology4Climate Projekt in der Sitzung „Agroforstwirtschaft als Motor der Agrarökologie“. Ihre Interviews mit über 50 Landwirtinnen und Landwirten aus Brandenburg ergaben, dass verschiedene Agroforstpraktiken einen wichtigen Beitrag zu Agrarökologie und Resilienz leisten können. Landwirtinnen und Landwirte beschreiben Erosionsschutz, Bodengesundheit, und Tierwohl als positive Effekte ihrer Agroforstpflanzungen.
Das Highlight der Konferenz waren die Exkursionen auf sehr unterschiedliche, nahegelegene Agroforst-Betriebe am Mittwoch. Die oft noch sehr jungen Agroforstanlagen sollen der Produkt-Diversifizierung und als Schatten und Futter für z.B. Tiere dienen. Andere Exkursionen besuchten z.B. Viti-Forst Anlagen, wo Weinbau mit Bäumen kombiniert wird.