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Zertifikate für Bodengesundheit und Artenvielfalt in der Landwirtschaft: Privatpersonen sind bereit freiwillig in die Natur zu investieren

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​​​​​​​​​23.04.2026

Umsetzung von Blühstreifen für Insekten

Eine Studie zeigt: Menschen in Deutschland sind bereit, in Form von Naturschutzzertifikaten freiwillig in den Schutz von Bodengesundheit und Artenvielfalt in der Landwirtschaft zu investieren. Die Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Land Use Policy veröff​entlicht. Das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) hat die Studie geleitet.

Das Prinzip hinter Naturschutzzertifikaten ist einfach: Wer ein solches Zertifikat kauft, unterstützt damit gezielt ein konkretes Umweltprojekt – zum Beispiel den Erhalt artenreicher landwirtschaftlich genutzter Flächen oder den Erosionsschutz von Ackerboden. Nach dem Kauf erhält man eine Urkunde oder digitale Bestätigung, die belegt, dass ein bestimmtes Umweltziel auf einer klar definierten Fläche erreicht wird – z.B. auf 100 m² Ackerfläche. 

Ein vergleichbares Modell gibt es bereits im Naturschutzbereich: Bei sogenannten „Blühpatenschaften“ finanzieren Bürgerinnen und Bürger die Aussaat von Wildpflanzen auf Ackerflächen, die dadurch zu Lebensräumen für Bestäuber wie Bienen und Schmetterlinge werden. Auch sogenannte „Ökokonto-Maßnahmen“, bei denen zum Beispiel Ausgleichsflächen für Eingriffe in die Natur geschaffen werden, basieren auf ähnlichen Prinzipien. 

In der neuen Studie wurden genau solche freiwilligen Zertifikate untersucht – allerdings mit einem neuen Fokus: Bodengesundheit und Artenvielfalt in der Landwirtschaft gleichzeitig fördern. Das Besondere daran: Die Zertifikate könnten über ein Online-Marktplatzsystem wie AgoraNatura​ angeboten werden, auf dem bereits heute Naturschutzprojekte finanziert werden können. 

Zertifikate stoßen auf Interesse – besonders, wenn Bodengesundheit sowie Artenvielfalt gebündelt und staatlich kofinanziert werden

Die Befragung von 1.627 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ergab: Privatpersonen in Deutschland erkennen den Wert gesunder Böden und artenreicher Landschaften und wären bereit, im Schnitt zwischen 22 und 80 Euro für ein Jahr 100 m² geschützter Fläche zu investieren. Besonders beliebt waren Angebote, die mehrere Umweltleistungen gleichzeitig bündeln, etwa Erosionsschutz, natürlicher Pflanzenschutz und Speicherung von organischem Kohlenstoff im Boden. Auch staatliche Kofinanzierung durch sogenannte „Trigger-Funds“, steigern die Zahlungsbereitschaft. 

Kombinierte Verbesserungen überzeugen mehr Menschen 

Die Studie zeigt, dass „Bündelzertifikate“, die verschiedene Verbesserungen der Bodengesundheit und Artenvielfalt in einem Zertifikat vereinen, besser ankommen als einzelne Verbesserungen. „Bündelungen können helfen, Zusammenhänge zwischen Bodengesundheit und Artenvielfalt sichtbar zu machen sowie den Menschen zu veranschaulichen, dass sich zum Beispiel gesunde Böden und Insektenschutz oft gegenseitig verstärken“, sagt Ferdinand Lang, Erstautor der Studie vom ZALF. 

Eine weitere Erkenntnis: Wenn Projekte zusätzlich durch staatliche Mittel mitfinanziert werden, gilt es das Fördervolumen sorgfältig zu prüfen, um private Investitionen nicht zu verdrängen – ein Phänomen, das als „Crowding Out“ bekannt ist. Der Ansatz des sogenannten „Blended Finance“, also einer Mischung aus privater und öffentlicher Finanzierung, könnte künftig ein wichtiger Baustein für eine zukunftssichere Landwirtschaft werden. 

Gesellschaftliche Bedeutung: Boden schützen – Zukunft sichern 

Fruchtbare Böden und Artenvielfalt sind eine Lebensgrundlage – doch laut EU-Kommission sind rund 60 bis 70 Prozent der Böden in Europa in einem ungesunden Zustand. Gleichzeitig gehen wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere verloren. Die Studie liefert nun konkrete Hinweise, wie Bürgerinnen und Bürger stärker in den Schutz dieser wichtigen Ressourcen eingebunden werden können.

 Was folgt daraus? 

Die Ergebnisse bieten wichtige Impulse für Politik, Landwirtinnen und Landwirte sowie die Entwicklung von Online-Marktplatzsystemen für Naturschutzzertifikate. Umweltzertifikate könnten ein Weg sein, gesellschaftliches Engagement für Natur- und Bodenschutz sichtbarer zu machen und gleichzeitig zusätzliche Einnahmequellen für Landwirtinnen und Landwirte zu schaffen. 

Doch es bleiben Herausforderungen: Die Gestaltung der Zertifikate muss nachvollziehbar und verständlich sein. Außerdem müssen klare Rahmenbedingungen geschaffen werden. Weitere Forschung ist nötig, um die Präferenzen von Landwirtinnen und Landwirten für die Bereitstellung solcher Zertifikate zu untersuchen, das Modell in der Praxis zu testen und mögliche Risiken, wie Fehlinvestitionen oder Greenwashing, zu vermeiden. 


Projektpartner: 

  • Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) 
  • Universität Kopenhagen, Department of Food and Resource Economics 
  • Leibniz Universität Hannover, Fakultät für Architektur und Landschaft 


Förderhinweis: 

Diese Arbeit wurde durch Horizont Europa – das Europäische Rahmenprogramm für Forschung und Innovation – innerhalb des Projekts NOVASOIL gefördert (Grant Agreement Nummer 101091268).

Hinweis zum Text: 

Dies ist eine mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz erstellte Zusammenfassung des Originaltextes: Lang, F., Chen, C., Alemu, M. H., Lundhede, T., Olsen, S. B., & Matzdorf, B. (2025). Private funding for soil health: Private individuals’ preferences for ecosystem services and biodiversity certificates. Land Use Policy, 160, 107846. https://doi.org/10.1016/j.landusepol.2025.107846
Veröffentlicht Open Access unter der Lizenz CC BY 4.0: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
Der Text wurde unter den Gesichtspunkten der KI-Regelungen​ am ZALF sorgfältig überprüft und überarbeitet.

 

Weitere ​Informationen:

https://doi.org/10.1016/j.landusepol.2025.107846​

 

Bildmaterial

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Eine Studie des ZALF zeigt: Privatpersonen in Deutschland sind bereit in Naturschutzzertifikate zu investieren und damit konkrete Umweltprojekte finanziell zu unterstützen – beispielsweise die Umsetzung von Blühstreifen für Insekten | Quelle: © Digdeman / Pixabay.
Eine Studie des ZALF zeigt: Privatpersonen in Deutschland sind bereit in Naturschutzzertifikate zu investieren und damit konkrete Umweltprojekte finanziell zu unterstützen – beispielsweise die Umsetzung von Blühstreifen für Insekten | Quelle: © Digdeman / Pixabay.
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