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ZALF empfängt ägyptische Delegation zur Stärkung der Zusammenarbeit in Reallaboren für klimaresiliente Landwirtschaft

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​​​​​16.07.2026

PlanSmart Team

Ende Juni und Anfang Juli empfing das ZALF eine Delegation von rund 20 Vertreterinnen und Vertretern des ägyptischen Ministeriums für Landwirtschaft und Landgewinnung, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), der landwirtschaftlichen Forschungszentren, ägyptischer Universitäten, zivilgesellschaftlicher Organisationen und Praktiker aus der Landwirtschaft. Der Besuch fand im Rahmen des Projekts „Agriculture Innovation Project II“ (AIP II) statt, das vom deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Auftrag gegeben und von der GIZ in Ägypten umgesetzt wird.

Die Delegation besuchte das ZALF im Rahmen des neuen Projekts „DESIGN-LL Egypt – Designing, Governing, and Developing a Scaling-Up Roadmap for Living Labs for Climate-Resilient Smallholder Farmers in Upper Egypt“. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit übernimmt das ZALF die wissenschaftliche Leitung bei der Konzeption, Steuerung, Überwachung, Bewertung und dem Lernen aus Reallaboren, die klimaresistente landwirtschaftliche Innovationen in vier Gouvernements in Oberägypten unterstützen sollen, während die GIZ und das Agrarforschungszentrum die Umsetzung der Reallabor-Aktivitäten gemeinsam mit lokalen Partnern koordinieren. 

Stärkung der internationalen Zusammenarbeit 

Der Studienbesuch zielte darauf ab, die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen dem ZALF und den ägyptischen Partnern zu stärken und gleichzeitig Einblicke aus erster Hand in die Forschungsinfrastruktur des ZALF, die Reallabor-Methodik und innovative Ansätze für nachhaltige Agrarsysteme zu vermitteln. Er markierte zudem den offiziellen Start einer langfristigen wissenschaftlichen Partnerschaft, die den Aufbau von 24 Reallaboren und die Entwicklung klimafreundlicher landwirtschaftlicher Innovationen in Ägypten unterstützen wird. 

Während der gesamten Woche tauschten sich die Teilnehmenden über klimafreundliche Landwirtschaft, partizipative Innovation, Governance, transformatives Lernen, Digitalisierung, Monitoring und Evaluierung sowie Wege zur Skalierung landwirtschaftlicher Innovationen aus. Die Diskussionen unterstrichen, wie wichtig es ist, Akteurinnen und Akteure aus Forschung, Landwirtschaft, Politik, Beratungsdiensten, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Privatwirtschaft zusammenzubringen, um gemeinsam praktische Lösungen zu entwickeln, die die Widerstandsfähigkeit und Nachhaltigkeit landwirtschaftlicher Systeme stärken. 

Einblick in die Forschungs- und Innovationslandschaft des ZALF 

Das Programm verband wissenschaftliche Vorträge, Workshops, Laborbesuche, Feldvorführungen und Networking-Aktivitäten und bot den Teilnehmern so einen umfassenden Überblick über das interdisziplinäre Forschungs- und Innovationsökosystem des ZALF. 

Der Besuch begann mit Vorträgen der Arbeitsgruppe „Entwicklungsorientierte internationale Agrarforschung“ und von ZALF-Forschenden, gefolgt von einer Einführung in die Forschungsinfrastruktur des Instituts. Bei einem von Moritz Reckling geleiteten Rundgang über den Campus erkundete die Delegation die Versuchsanlagen des ZALF, darunter Agri-Photovoltaik-Systeme und laufende Landschaftsexperimente. Laborbesuche bei Jörg Schaller gaben Einblicke in die Forschung zur Verbesserung der Wasserhaltekapazität des Bodens und in innovative Ansätze zur Steigerung der landwirtschaftlichen Resilienz unter sich ändernden klimatischen Bedingungen. 

Ein Feldausflug zur PatchCROP-Versuchsplattform in Tempelberg unter der Leitung von Marcus Schumacher bot Einblicke in robotergestützte Feldversuche, Präzisionslandwirtschaft, diversifizierte Anbausysteme und innovative Methoden für klimaresiliente Landwirtschaft unter realen Feldbedingungen. Die Teilnehmer besuchten außerdem das ZALF-Sommerfest, was zusätzliche Gelegenheiten für informellen Austausch und Networking mit Forschern aus dem gesamten Institut bot. 

Ein spezieller Reallabor-Workshop brachte Forschende aus verschiedenen Disziplinen zusammen, um die konzeptionellen Grundlagen, die Steuerung, die Umsetzung und die Skalierung von Reallaboren für eine klimaresiliente Landwirtschaft zu diskutieren. Im Rahmen des Workshops trugen Fabian Brauns, Franziska Ollendorf, Fatima Lehnhardt, Nina Hagemann, Michael Spies, Carsten Paul und Appollinaire William bei. Sie berichteten von Erfahrungen aus Deutschland, dem Mittelmeerraum, Ruanda und anderen internationalen Fallstudien und lieferten so wertvolle internationale Perspektiven sowie Möglichkeiten zum länderübergreifenden Lernen. Der Workshop endete mit einer interaktiven Diskussion darüber, wie diese Erfahrungen auf den ägyptischen Kontext übertragen werden können. 

Die Studienreise endete mit Besuchen bei landwirtschaftlichen Betrieben in Brandenburg zusammen mit Fabian Brauns, darunter innovative Viehzucht- und Mischbetriebe, wo die Teilnehmer über nachhaltige Landbewirtschaftung, Strategien zur Klimaanpassung und praktische Ansätze zur Umsetzung von Forschungsergebnissen in die landwirtschaftliche Praxis diskutierten. 

Ausblick 

Der Besuch legte den Grundstein für eine langfristige Partnerschaft zwischen ZALF, der GIZ sowie ägyptischen Forschungseinrichtungen und Universitäten. In den nächsten drei Jahren wird die Zusammenarbeit 24 Reallabore in Oberägypten etablieren, Doktoranden unterstützen, die gemeinsam von ZALF und ägyptischen Partnern betreut werden, und wissenschaftliche Erkenntnisse zu Governance, Innovationsübernahme, transformativem Lernen, Wertschöpfungskettenentwicklung und Skalierungswegen für eine klimaresiliente Landwirtschaft generieren. Durch die Kombination von wissenschaftlicher Exzellenz, transdisziplinärer Forschung und partizipativer Innovation zielt das Projekt darauf ab, die Widerstandsfähigkeit kleinbäuerlicher Anbausysteme zu stärken und gleichzeitig zu einer nachhaltigen Transformation der Landwirtschaft in Ägypten beizutragen. Die Zusammenarbeit stärkt zudem die Rolle des ZALF als international führender Akteur in der Reallabor-Forschung und bei der gemeinsamen Entwicklung von Lösungen für widerstandsfähige Agrarlandschaften. ​​

 

Bildmaterial

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Ägyptische Delegation | Quelle: © Tobias D. Geissmann.
Im Juli 2026 empfing das ZALF eine Delegation ägyptischer Vertreterinnen und Vertreter aus Forschung, Politik, Landwirtschaft und Nichtregierungsorganisationen. Ziel des Besuchs war es, Kooperationen zwischen dem ZALF und den Institutionen, die sie vertreten, zu stärken. | Quelle: © Tobias D. Geissmann.
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© Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. Müncheberg

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