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Wenn Waldschutz sein Versprechen nicht einhält: Ghanaische Landwirtinnen und Landwirte berichten über unerfüllte Zusagen im Agroforstprogramm

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​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​14.08.2026

Waldbezirk Juaso, Ghana. | Quelle: © Evans Amoah / Unsplash.

Eine neue Studie, die in „Forest Policy and Economics“ veröffentlicht wurde, deckt erhebliche Diskrepanzen zwischen versprochenen und tatsächlich erzielten Vorteilen im Modified Taungya System in Ghana auf – einem anreizbasierten Agroforstprogramm, das darauf abzielt, degradierte Waldlandschaften wiederherzustellen. Forschende des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) haben gemeinsam mit Partnern der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und der Humboldt-Universität zu Berlin untersucht, wie 30 Landwirtinnen und Landwirte im ghanaischen Waldbezirk Juaso die Fairness bei Entscheidungsprozessen und der Gewinnverteilung wahrnehmen.

Die Forschungsergebnisse zeigen, dass alle teilnehmenden Landwirtinnen und Landwirten zunächst vom Anbau von Nahrungspflanzen neben Bäumen im Agroforst des Modified Taungya System profitierten. Diese Pflanzen – darunter Mais, Maniok, Taro und Gemüse – dienen sowohl der Versorgung der Haushalte als auch der Erzielung von Markteinkommen. Die versprochenen langfristigen Holzerlöse blieben allerdings größtenteils aus. Nur eine kleine Minderheit aus drei Gemeinden (Peaase, Dwandwenease und Banso) berichtete über den Erhalt teilweiser Zahlungen. Einer der Befragten gab an, etwa ein Drittel des erwarteten Anteils von 40 Prozent erhalten zu haben. Obwohl die offiziellen Rahmenbedingungen Einzelpersonen 40 % der Holzerlöse und Waldrandgemeinden 5 % zusichern, bestätigt dieser Befund, dass die Landwirtinnen und Landwirte wesentlich weniger erhalten als versprochen. 

„Diese Diskrepanz zwischen Politikgestaltung und tatsächlicher Umsetzung untergräbt das Vertrauen der Landwirtinnen und Landwirte in das System“, sagt John Awenva, Hauptautor aus der Abteilung „Entwicklungsorientierte Internationale Agrarforschung“ des ZALF. „Wenn Landwirtinnen und Landwirte über viele Jahre Arbeit und Ressourcen investieren, aber nicht das erhalten, was vereinbart wurde, beeinflusst dies ihre Bereitschaft, weiterhin teilzunehmen und die Bäume zu pflegen.“

Verfahrensgerechtigkeit ist entscheidend für den Erfolg von Naturschutzmaßnahmen

Die Studie untersuchte vier Dimensionen der Verfahrensgerechtigkeit: wirksame Beteiligung an Entscheidungsprozessen, Transparenz und Zugang zu Informationen, Zugang zu Recht für Konfliktlösung und Rechenschaftspflicht der Entscheidungstragenden. Wichtige verfahrenstechnische Aspekte wurden von den Landwirtinnen und Landwirten als ungerecht wahrgenommen.

Die Auswahl der Führungspersonen erfolgte nicht demokratisch: Die Taungya-Vorsitzenden (Gemeindevertreterinnen- und vertreter) wurden in den meisten Fällen nicht von den Gruppenmitgliedern gewählt, sondern traten als frühe Teilnehmende hervor und wurden anschließend von der Forstkommission nominiert. Aufgrund kultureller Normen, die Männer als Haushaltsvorstände anerkennen, waren die Möglichkeiten für Frauen, die 13 der 30 befragten Landwirtinnen und Landwirte ausmachten, begrenzt.

Der Zugang zu Informationen variierte erheblich. Die meisten Landwirtinnen und Landwirte erhielten zwar Schulungen zu Pflanztechniken in Form von Gruppenworkshops, einige berichteten jedoch von Schwierigkeiten beim rechtzeitigen Zugang zu Informationen über Landzuteilungsverfahren und Pflanzpläne. Eine Person gab sogar an, erst am Tag der tatsächlichen Zuteilung von der Landzuteilung erfahren zu haben.

Die Konfliktlösungsmechanismen zeigten gemischte Ergebnisse: Grenzstreitigkeiten zwischen Landwirtinnen und Landwirten wurden effektiv von Taungya-Vorsitzenden gelöst, aber Streitigkeiten über verzögerte Holzerlöszahlungen oder Zerstörung von Feldfrüchten durch Mitarbeitende der Forstkommission verfügten über keine klaren Lösungswege.

Warum dies über Ghana hinaus bedeutsam ist

Etwa 20 % der globalen Kohlenstoffemissionen sind auf Walddegradation zurückzuführen. Über 1,6 Milliarden Menschen, die für ihren Lebensunterhalt von Wäldern abhängig sind, sind davon betroffen. Anreizbasierte Naturschutzprogramme wie das Modified Taungya System in Ghana werden weltweit als Alternative zu strikten Regulierungsansätzen beworben. Diese Studie gehört zu den ersten, die die Verfahrensgerechtigkeit – also die Fairness von Entscheidungsprozessen – aus der Perspektive von Landwirtinnen und Landwirten in diesem Kontext untersucht. Bislang wurde sich meist nur auf ökologische Ergebnisse oder die Verteilung von Vorteilen konzentriert.

Die Ergebnisse stimmen mit den breiteren Kritiken an Naturschutzprogrammen weltweit überein. Diese wurden dafür kritisiert, Machtungleichgewichte zu verstärken und benachteiligte Gruppen an den Rand zu drängen. Ähnliche Herausforderungen wurden auch in anderen ghanaischen Initiativen, wie den Community Resource Management Areas (CREMAs), dokumentiert. In diesen werden zwar demokratischere Governance-Strukturen mit formellen Wahlen von Vertreterinnen und Vertretern eingesetzt, dennoch traten die gleichen Probleme auf.

Wege zu gerechterem Naturschutz

Basierend auf den Ergebnissen empfiehlt die Studie drei konkrete Maßnahmen zur Stärkung der Verfahrensgerechtigkeit:

  • Zunächst sollten Führungs- und Vermittlerrollen voneinander getrennt werden, um Interessenkonflikte zu verringern – entweder durch die Aufteilung der Doppelrolle der Taungya-Leiter oder durch die Einsetzung neutraler Vermittler von außen, wobei man sich an den Erfahrungen der CREMAs orientieren sollte.
  • Zweitens müssen formelle und leicht zugängliche Kommunikationskanäle institutionalisiert werden, darunter eine geeignete Einarbeitungsstruktur für Neueinsteiger, Plattformen zum gegenseitigen Lernen sowie kostengünstige digitale Tools wie SMS-Benachrichtigungen für Sitzungsankündigungen und aktuelle Infos zur Gewinnbeteiligung.
  • Drittens sollten Verfahren zur Landzuteilung dokumentierte Kriterien beinhalten, darunter grundlegende Bewertungen der Bodenqualität, um sicherzustellen, dass die Parzellen für den Anbau von Nahrungsmittelpflanzen geeignet sind, und so das Risiko zu verringern, dass unfruchtbares Land vergeben wird.

Die Forschenden weisen darauf hin, dass die Umsetzung dieser Änderungen eine Abstimmung zwischen der Forstkommission, den lokalen Gemeinschaften und den traditionellen Autoritäten erfordern würde. Die Kosten für digitale Kommunikationsplattformen wären relativ gering, während der Aufbau neutraler Vermittlungsstrukturen umfangreichere institutionelle Investitionen erfordern würde. Die Studie liefert keine konkreten Kostenschätzungen, und es bleibt unklar, wer diese Ausgaben tragen würde.

Zukünftige Forschungen sollten untersuchen, wie sich Verfahrensgerechtigkeit auf langfristige ökologische Ergebnisse in verschiedenen Naturschutzkontexten auswirkt. Die aktuellen Ergebnisse beschränken sich auf einen Waldbezirk in Ghana und basieren eher auf den Wahrnehmungen der Landwirtinnen und Landwirten als auf einer Kausalanalyse. Vergleichende Studien über mehrere Bezirke hinweg würden helfen festzustellen, ob diese Muster auch in größerem Umfang bestehen.

Projektpartner:

  • ​Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF), Müncheberg, Deutschland
  • Humboldt-Universität zu Berlin, Lebenswissenschaftliche Fakultät, Department für Agrarökonomie, Berlin, Deutschland
  • Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE), Department für Wald, Holz, Umwelt, Deutschland ​


Weitere Informationen:​

​DOI-Link zur Originalpublikation: https://doi.org/10.1016/j.forpol.2026.103781​​​​​​​​​​​​

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Was geschieht, wenn Naturschutzversprechen nicht eingehalten werden? Landwirtinnen und Landwirte im ghanaischen Waldbezirk Juaso berichten von ausbleibenden Zahlungen für Holz und begrenztem Einfluss auf Entscheidungen im Rahmen eines anreizbasierten Agroforstprogramms. Die Studie beleuchtet einen oft übersehenen Aspekt des Naturschutzes: die Fairness von Entscheidungsprozessen aus der Perspektive der Landwirtinnen und Landwirte. | Quelle: © Evans Amoah / Unsplash.
Was geschieht, wenn Naturschutzversprechen nicht eingehalten werden? Landwirtinnen und Landwirte im ghanaischen Waldbezirk Juaso berichten von ausbleibenden Zahlungen für Holz und begrenztem Einfluss auf Entscheidungen im Rahmen eines anreizbasierten Agroforstprogramms. Die Studie beleuchtet einen oft übersehenen Aspekt des Naturschutzes: die Fairness von Entscheidungsprozessen aus der Perspektive der Landwirtinnen und Landwirte. | Quelle: © Evans Amoah / Unsplash.

Hinweis zum Text:

Dies ist eine mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (Qwen 3.5) erstellte Zusammenfassung des Originaltextes: Awenva, J., Loft, L., & Mann, C. (2026). Local voices on conservation equity: Farmer perceptions in Ghana's incentive-based agroforestry program. Forest Policy and Economics, 187, 103781. DOI: https://doi.org/10.1016/j.forpol.2026.103781, veröffentlicht Open Access unter der Lizenz CC BY 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/​. Der Text wurde unter den Gesichtspunkten der KI-Regelungen am ZALF sorgfältig überprüft und überarbeitet.

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