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Samen als mikrobielle Taxis: Wie Bakterien von einer Pflanzengeneration zur nächsten gelangen

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12.08.2026

Seeds as Microbial Taxis: How Bacteria Travel from One Generation of Plants to the Next

Müncheberg, 12. August 2026 – Samen von Kulturpflanzen tragen nicht nur das Erbgut der nächsten Generation, sondern auch samenassoziierte Bakterien, von denen einige von der Mutterpflanze weitergegeben werden können. Ein kürzlich in der Fachzeitschrift „Current Research in Microbial Sciences“ erschienener Übersichtsartikel fasst den aktuellen Forschungsstand zur Übertragung und Funktion dieser Samenbakterien zusammen. Das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) leitete die Studie. Der Übersichtsartikel hebt hervor, dass diese Mikroorganismen die Keimung, das frühe Wachstum und die Widerstandsfähigkeit der Jungpflanzen gegenüber Stressfaktoren wie Trockenheit beeinflussen können.

Von der Blüte zum Sämling:

Wie Bakterien in den Samen gelangen Samen bieten einen einzigartigen Lebensraum für Mikroorganismen. Bakterien besiedeln sowohl die Samenoberfläche als auch das Innere des Samens. Einige dieser Bakterien werden vertikal von der Mutterpflanze auf die Nachkommen übertragen. Studien zeigen jedoch, dass nur ein begrenzter Teil der Bakteriengemeinschaften diesen Weg nimmt. Bei Reis wurden beispielsweise bestimmte Bakteriengattungen wie Pantoea und Xanthomonas über zwei Generationen hinweg nachgewiesen, wobei eine hohe genetische Ähnlichkeit zwischen den Samen der Eltern- und der Nachkommengeneration bestand.

Ein großer Teil der mikrobiellen Vielfalt wird jedoch horizontal aus der Umwelt erworben (z. B. aus dem Boden, aus Luftpartikeln oder über Insekten). Nach der Aussaat vermischen sich die vom Samen stammenden Bakterien mit denen aus dem Boden. Dabei dominieren oft bodengebundene Bakterien die Zusammensetzung der Keimlingsgemeinschaft, und nur ein kleiner Teil der vom Samen stammenden Bakterien bleibt nachweisbar.

Züchtung und Umwelt prägen das Saatgut-Mikrobiom 

Die Vielfalt und Zusammensetzung der Saatgutbakterien wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Der Genotyp der Wirtspflanze spielt eine Rolle: Bei Winterraps unterschied sich die Bakteriengemeinschaft zwischen den Sorten. Auch die Züchtungsgeschichte hat Auswirkungen. Der Übergang vom wilden Emmer zum domestizierten Brotweizen führte zu einer Verringerung der reichen Bakterienvielfalt im Saatgut.

Bei Mais wiesen Samen traditioneller Landrassen eine deutlich höhere Dichte an endophytischen Mikroben und eine größere taxonomische Vielfalt auf als moderne Hybridsorten. Funktionstests zeigten zudem, dass sich die Endophyten aus Landrassen in ihren antagonistischen Eigenschaften gegenüber Bodenbakterien unterschieden, darunter auch Burkholderia-Arten, die in den Samen der Landrassen nachgewiesen wurden.

Auch die Umweltbedingungen, denen die Mutterpflanze während der Blüte und der Samenreifung ausgesetzt ist, prägen das Mikrobiom des Samens. Bei Weizen führte geringerer Niederschlag zunächst zu Ertragsverlusten bei einer dürreempfindlichen Sorte, begünstigte aber gleichzeitig die Selektion spezifischer bakterieller Endophytengemeinschaften im Samen. In nachfolgenden Generationen zeigten Nachkommen, deren Samenmikrobiota diesen dürreassoziierten Gemeinschaften ähnelte, Ertragsstabilität unter erneuter Wasserstressbelastung.

Von der Forschung zur Anwendung: Chancen und Herausforderungen

Diese Erkenntnisse eröffnen Möglichkeiten für ein gezieltes Mikrobiom-Engineering in der Landwirtschaft. Durch die Beimpfung von Samen mit definierten Bakteriengemeinschaften (sogenannten SynComs oder Konsortien) könnten vorteilhafte Eigenschaften wie eine verbesserte Keimung, Nährstoffmobilisierung oder Abwehr von Krankheitserregern gefördert werden.

Dr. Hamed Azarbad vom ZALF, der Koordinator der Studie, erklärt: „Die Herausforderung besteht darin, die stabile Ausprägung der Funktionen sicherzustellen, die von den über das Saatgut übertragenen Bakterien vermittelt werden. Effekte, die im Labor während der Keimung beobachtet werden, lassen oft nach, sobald das Saatgut mit dem Boden in Kontakt kommt und sich die vom Saatgut und vom Boden stammenden Gemeinschaften vermischen. Für eine erfolgreiche Anwendung müssen wir verstehen, welche Bakterien den Übergang vom Saatgut zum Keimling überleben und welche Faktoren ihr Überleben im Feld ermöglichen.“

Gesellschaftliche Relevanz und Forschungsbedarf 

Angesichts des Klimawandels wird das Verständnis des Saatgutmikrobioms immer wichtiger. Hitze und Trockenheit können die Keimung beeinträchtigen, wenn Sämlinge nur über begrenzte Anpassungsfähigkeit verfügen. Mit dem Saatgut verbundene Mikroorganismen sind bereits während der Keimung vorhanden und könnten dazu beitragen, die frühe Pflanzenleistung unter zunehmender Umweltvariabilität zu verbessern.

Allerdings bestehen weiterhin Wissenslücken. Die meisten Studien dokumentieren taxonomische Überschneidungen über Lebenszyklen hinweg, anstatt die Persistenz spezifischer Bakterienstämme über Generationen hinweg zu verfolgen. Darüber hinaus können die Umweltbedingungen der Mutter vererbbare Veränderungen im Wirt auslösen, darunter epigenetische Modifikationen wie die DNA-Methylierung. Diese können die Phänotypen der Nachkommen unabhängig vom Mikrobiom beeinflussen. Zukünftige Studien sollten daher zwischen mikrobiellen und epigenetischen Beiträgen unterscheiden, um zu verstehen, wie das „Gedächtnis“ von Mikroorganismen und Pflanzen die Pflanzenleistung über Generationen hinweg prägt.

Die Übertragung von Laborergebnissen in die Praxis vor Ort bleibt eine weitere Herausforderung. Frühere Arbeiten deuten darauf hin, dass SynCom-Mitglieder im späteren Verlauf der Pflanzenentwicklung zwar seltener werden, aber dennoch langfristige Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Lebensgemeinschaften und die Pflanzenleistung hinterlassen. Es ist wichtig, Persistenz (die anhaltende Nachweisbarkeit eingeführter Stämme) und Nachwirkungen (nachgelagerte Verschiebungen, die bestehen bleiben, nachdem eingeführte Stämme selten oder nicht mehr nachweisbar sind) als separate Ergebnisse zu betrachten.

Förderhinweis:

Diese Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert, Projektnummer: 523864000.

Projektpartner:

  • Universität Marburg, Fachbereich Biologie, Evolutionsökologie der Pflanzen, Marburg, Deutschland
  • Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF), Mikrobielle Biogeochemie, Müncheberg, Deutschland
  • • Tarbiat-Modares-Universität, Institut für Pflanzenpathologie, Fakultät für Agrarwissenschaften, Teheran, Iran

Weitere Informationen:

DOI-Link zur Originalveröffentlichung: https://doi.org/10.1016/j.crmicr.2026.100647 

Hinweis zum Text:

Dies ist eine Zusammenfassung des Originaltextes, die mithilfe künstlicher Intelligenz (Qwen 3.5) erstellt wurde: Azarbad, H., Alizadeh, M. (2026). Bakterielle Mikrobiota von Samen: Übertragung, Gemeinschaftsbildung und Perspektiven für die Entwicklung vererbbarer Funktionen bei Kulturpflanzen. Current Research in Microbial Sciences 11, 100647. DOI: https://doi.org/10.1016/j.crmicr.2026.100647, veröffentlicht als Open Access/lizenziert unter CC BY 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/. Der Text wurde sorgfältig gemäß den KI-Richtlinien der ZALF geprüft und überarbeitet.



 

Bildmaterial

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Samen als mikrobielle Taxis: Wie Bakterien von einer Pflanzengeneration zur nächsten gelangen, Hamed Azarbad / ZALF. Das Bild wurde mithilfe von KI (ChatGPT) überarbeitet und übersetzt.  | Quelle: © Hamed Azarbad/ ZALF.
Samen als mikrobielle Taxis: Wie Bakterien von einer Pflanzengeneration zur nächsten gelangen| Quelle: © Hamed Azarbad / ZALF.
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