04.03.2026

Im internationalen Projekt „Peat4People“ kooperiert das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) mit dem Greifswald Moor Centrum, um den Schutz und die nachhaltige Nutzung von Mooren in Uganda und Rwanda zu stärken.
Das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderte Projekt wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), der Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) sowie der Michael Succow Stiftung umgesetzt.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist der Aufbau kostengünstiger Systeme zur Messung von Treibhausgasen (THG) in Mooren sowie der dazugehörige Wissenstransfer. Hier bringt das ZALF insbesondere seine technische Expertise ein:
Im neuen EcoTecAnalytics Lab der Arbeitsgruppe Ecophysiology and Matter Cycling (ECO) liegt der Schwerpunkt auf der Entwicklung, Konstruktion, Optimierung und praktischen Umsetzung von Low-Cost-Treibhausgas-Mess-Systemen (SensorWeb Baustein der AgroFlux Sensor Platform).
Basierend auf bisherigen Arbeiten der ZALF-Arbeitsgruppe ECO werden NDVI-Sensoren und sogenannte CHASY LOCO-Systeme (Chamber System Low-Cost) gebaut – robuste, kosteneffiziente Kammermesssysteme zur Erfassung von Treibhausgasflüssen. Das ZALF unterstützt dabei vor allem in der technischen Entwicklung, beim Bau und der Wartung sowie in der praxisnahen Schulung zur Anwendung der Systeme im Feld. Ziel ist es, Partnerinstitutionen in Uganda und Rwanda in die Lage zu versetzen, eigenständig langfristig verlässliche THG-Messungen durchzuführen.
Der Wissenstransfer wird durch Hauke Schmülling begleitet, Doktorand an der Universität Greifswald und seit 2024 Gastwissenschaftler und Ko-Betreuer am ZALF. Im Januar und Februar 2026 wurden zwei internationale Gastwissenschaftler:innen – Therese Ave Maria aus Rwanda und Asadhu Ssebyoto aus Uganda – im EcoTecAnalytics Lab intensiv geschult. Im Fokus standen dabei praktische Kompetenzen: vom Zusammenbau der CHASY LOCO-Systeme über Fehlersuche und Wartung bis hin zur fachgerechten Durchführung von Messkampagnen.
Im März 2026 sollen die am ZALF mitentwickelten Systeme erstmals in Mooren Ugandas und Rwandas unter sommerlichen Bedingungen eingesetzt und gemeinsam erprobt werden.
Die Kooperation zeigt beispielhaft, wie das ZALF seine technische Innovationskraft und Infrastruktur einbringt, um internationale Partner beim Aufbau nachhaltiger Monitoring-Strukturen zu unterstützen – ein wichtiger Beitrag für evidenzbasierten Moorschutz und globalen Klimaschutz.