08.03.2026

Die Food and Ariculture Organisation (FAO) der Vereinten Nationen setzt im Jahr 2026 einen Schwerpunkt auf das Thema „Woman Farmer 2026 to accelerate gender equality and women’s empowerment in agrifood systems”(1). Passend dazu starten wir
am Internationalen Frauentag mit einer Serie zur Forschung über Frauen und Geschlechterverhältnisse in der Landwirtschaft.
Die FAO macht mit ihrem Themenschwerpunkt auf die vielseitige Rolle der Frauen in der Landwirtschaft aufmerksam und weist darauf hin, dass sie im Agrarsektor nach wie vor mit patriarchalen Strukturen konfrontiert sind. Gleichzeitig geht es nicht ohne sie: Frauen sind laut dem Report der FAO „The Status of Women in Agrifood Systems“ weltweit zu einem großen Anteil von 36% in der Landwirtschaft tätig. Im Vergleich arbeiten 38% der berufstätigen Männer im Agrar- und Ernährungssystem. In Subsahara-Afrika ist der Frauen-Anteil in der Landwirtschaft höher: hier arbeiten 66% der Frauen in diesem Sektor, im Vergleich dazu arbeiten 60% der Männer im Agrarbereich (2). Doch wenn Frauen so zentral für die landwirtschaftliche Produktion sind, welche Anerkennung erfahren sie und unter welchen Bedingungen arbeiten sie?
Diese Frage stellen sich auch ZALF-Forschende und haben in den vergangenen Jahren mehrere Studien zu diesem Thema durchgeführt. Anlässlich des FAO Schwerpunktjahres 2026 werden diese Erkenntnisse in einer Folgereihe im Laufe der nächsten Monate hier erscheinen. In unterschiedlichen Themenclustern stellen wir hier Studien vor, die in den letzten drei Jahren unter Beteiligung von ZALF-Forschenden entstanden sind. In dieser ersten Ausgabe der Reihe geht es um die Rolle von Frauen für die Ernährungssicherung.
Quellen:
(1) FAO International Year of the Women Farmer 2026
(2) Report der FAO „The Status of Women in Agrifood Systems“
Frauen und Ernährungssicherheit
Perceptions of Time-Use in Rural Tanzanian Villages: Working With Gender-Sensitive Tools in Nutritional Education Meetings
Diese Studie von Izabela Schlindwein et.al. untersucht in zwei von Ernährungsunsicherheit betroffenen Regionen Tansanias, welchen Einfluss Vorstellungen von Geschlechterrollen auf die Landwirtschaft, Ernährung und die Verteilung von Hausarbeit haben.
In den untersuchten Haushalten werden Kinderbetreuung, die Zubereitung von Mahlzeiten sowie das Sammeln von Wasser und Feuerholz zu den Aufgaben der Frauen gezählt. Frauen können zwar über die Auswahl und Zubereitung der täglichen Mahlzeiten entscheiden, bleiben jedoch weitgehend von Entscheidungsprozessen in der Nahrungsmittelproduktion ausgeschlossen. Die Männer in den untersuchten Regionen haben öfter die Kontrolle über den Landbesitz und besitzen die Entscheidungsmacht darüber, wie das Familieneinkommen - auch das der Frauen - verwendet wird.
In Bezug auf die Arbeitsteilung haben die Forschenden festgestellt, dass die befragten Frauen im Allgemeinen mehr Stunden am Tag arbeiten und vielfältigere Aufgaben und mehr Verantwortung im Haushalt als Männer übernehmen. Dadurch bleibt ihnen weniger Zeit für Bildung, für die Pflege von Freundschaften und Netzwerken oder für Freizeitbeschäftigungen.
Die Studie zeigt, dass Ernährungsunsicherheit nicht nur mit Umweltbedingungen oder Landwirtschaft zusammenhängt, sondern auch mit sozialen Strukturen, kulturellen Rollenbildern und Machtverhältnissen zwischen Männern und Frauen. Deshalb empfehlen die Forschenden der Studie, Ernährungsprogramme geschlechtersensibel zu gestalten und Männer stärker in Bildungsmaßnahmen einzubeziehen.
Zur Studie: https://www.frontiersin.org/journals/sustainable-food-systems/articles/10.3389/fsufs.2020.00007/full
Hinweis zum Text:
Dieser Text basiert auf der folgenden wissenschaftlichen Studie und
wurde mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (LibreChat) unter den
Gesichtspunkten der KI-Regelungen am ZALF stilistisch überarbeitet.
Schlindwein IL, Bonatti M, Bundala NH, Naser K, Löhr K, Hoffmann HK, Sieber S and Rybak C (2020) Perceptions of Time-Use in Rural Tanzanian Villages: Working With Gender-Sensitive Tools in Nutritional Education Meetings. Front. Sustain. Food Syst. 4:7. doi: 10.3389/fsufs.2020.00007