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Prof. Frank Ewert bei öffentlicher Anhörung zur „Ackerbaustrategie 2035“ im Deutschen Bundestag

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24.11.2020

PlanSmart Team

Am 16. November 2020 lud der Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft des Deutschen Bundestages zu einer öffentlichen Anhörung. Sachverständige aus Verbänden und Wissenschaftseinrichtungen im Agrar-und Umweltsektor sowie aus landwirtschaftlichen Betrieben waren eingeladen, zum Diskussionspapier über die „Ackerbaustrategie 2035“ des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) Stellung zu beziehen.

Prof. Frank Ewert, Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. bewertete die Maßnahmen, die im Diskussionspapier für den Umgang mit Herausforderungen für Landwirtschaft und Umwelt vorgeschlagen werden, als grundsätzlich richtig. Ewert kritisierte allerdings, dass diese Einzelmaßnahmen im Vorschlag des BMEL nicht zu einer kohärenten Strategie zusammengeführt werden. Darüber hinaus fasste Ewert in seiner Stellungnahme wesentliche Aspekte zusammen, die das ZALF in der Ackerbaustrategie 2035 unterrepräsentiert sieht.

Zunächst merkte Ewert an, dass es wichtig sei, landwirtschaftliche Flächen als Bestandteil eines agrarlandschaftlichen Systems zu sehen und Maßnahmen übergreifend einzusetzen, statt sie jeweils auf Schlageinheiten zu beschränken. Nur so könne mit Herausforderungen, wie sinkender Biodiversität, Bodendegradation oder Nährstoffaustrag wirksam umgegangen werden.

Zudem müssten Wechselwirkungen zwischen Ackerbau und Tierhaltung in der Ackerbaustrategie intensiver berücksichtigt werden, statt diese Bereiche voneinander isoliert zu betrachten.

Als weiteren Aspekt nannte Ewert die Förderung von Biodiversität und Ökosystemleistungen: sie müsse als betriebsökonomische Größe in der Landwirtschaft verankert werden. Höhere EU-Förderungen für gemeinwohlorientierte Leistungen in der Landwirtschaft würden dabei wirksame Anreize bieten.

Ewert hob hervor, dass es wichtig sei, eine gesamtgesellschaftlich geteilte Vision von einer Landwirtschaft der Zukunft in Deutschland zu entwickeln. Die Landwirtschaft in Deutschland werde nach ihrem aktuellen Modell zukünftig nicht im globalen Wettbewerb bestehen können. Eine zukunftsorientierte Landwirtschaft 4.0 müsse sich auf Nachhaltigkeit ausrichten, durch Transparenz und Möglichkeiten der Mitgestaltung das Vertrauen und den Rückhalt der Gesellschaft gewinnen, sowie sich mit Qualität und Innovation am Weltmarkt neu platzieren.

Praxis, Wissenschaft und Gesellschaft müssten gemeinsam an der Transformation hin zu einer nachhaltigen, ressourcenschonenden und klimaresilienten Landwirtschaft arbeiten. Als konkrete Ideen, um dies umzusetzen, nannte Ewert die Einrichtung von Reallaboren und einer unabhängigen Fachberatung für landwirtschaftliche Betriebe.

Weitere Sachverständige, die an der Anhörung teilnahmen, waren Dr. Hubert Heilmann von der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern, Prof. Dr. Henning Kage von der Christian-Albrechts-Universität in Kiel, die Pflanzenbauwissenschaftlerin Prof. Dr. Carola Pekrun von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU), Hubertus Paetow, Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) und Prof. Dr. Hubert Wiggering vom Institut für Umweltgeowissenschaften und Geographie an der Universität Potsdam. Darüber hinaus brachten Dr. Thomas Gäbert, Phillip Krainbring und  Jan Wittenberg die Perspektive landwirtschaftlicher Betriebe in die Anhörung ein.

Das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) veröffentlichte am 19. Dezember ein Diskussionspapier zur Ackerbaustrategie 2035. Damit wurde ein öffentlicher Diskussionsprozess in Gang gesetzt. Zusätzlich forderte das BMEL Stellungnahmen von Verbänden und Forschungseinrichtungen aus dem Bereich Umwelt und Agrarwirtschaft an.

 

Videoaufzeichnung der Anhörung und schriftliche Stellungnahmen:

 

Bildmaterial

Zum Download der Bilder bitte auf das entsprechende Bild klicken und über Download-Icon herunterladen.

Prof. Frank Ewert nahm am 16.11.2020 an einer öffentlichen Anhörung im Bundestag teil.
Bildunterschrift: Prof. Frank Ewert nahm am 16.11.2020 an einer öffentlichen Anhörung im Deutschen Bundestag teil. Der Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft lud Sachverständige aus Agrarwirtschaft, Wissenschaft und Umweltschutz zu einer Debatte über die "Ackerbaustrategie 2035". Quelle: © Andreas Krone.

 

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