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Gewinner der Wahl zum Projekt des Monats der UN-Dekade "Biologische Vielfalt"

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LSE

Pressemitteilung

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Besucherinnen und Besucher der Website der UN-Dekade Biologische Vielfalt haben das Projekt ‚Landwirtschaft für Artenvielfalt‘ zum Favoriten für den Monat April 2016 gekürt. Jeden Monat entscheiden die Leserinnen und Leser per online-Abstimmung, welches der UN-Dekade-Projekte die Wahl zum Monatsprojekt gewinnt.

 

Landwirtschaft für Artenvielfalt: Auszeichnung als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt

Wissenschaftliche Begleitung durch ZALF-Arbeitsgruppe

Das Projekt „Landwirtschaft für Artenvielfalt“ wurde von einer Fachjury als wegweisendes Projekt der UN-Dekade „Biologische Vielfalt“ ausgezeichnet. Wissenschaftler des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) haben ein System zur Bewertung von Naturschutz-Leistungen auf Betriebsebene entwickelt, die mit der ökologischen Landwirtschaft erbracht werden können.

Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth hatte den Projektpartnern anlässlich der Internationalen Grünen Woche in Berlin die Auszeichnung übergeben. Das Logo „Ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“ kann für einen Zeitraum von zwei Jahren für die Öffentlichkeitsarbeit genutzt werden.

Bildunterschrift: Im Rahmen der Grünen Woche überreichte Jochen Flasbarth, Staatsekretär des Bundesumweltministeriums, am 15.01.2016 den Preis, vlnr: Dr. Backhaus (Landwirtschafts- und Umweltminister Mecklenburg-Vorpommern), Herr Hennerkes, Frau Erdmann & Herr Weber (EDEKA), Herr Flasbarth (Staatssekretär Bundesumweltministerium), Herr Heinrich (WWF-Vorstand), Herr Gottwald & Frau Dr. Stein-Bachinger (ZALF e.V.), Herr Wolter (WWF), Frau Dr. Micklich (Biopark e.V.) | Quelle: © WWF Deutschland.Bildunterschrift: Im Rahmen der Grünen Woche überreichte Jochen Flasbarth, Staatsekretär des Bundesumweltministeriums, am 15.01.2016 den Preis, vlnr: Dr. Backhaus (Landwirtschafts- und Umweltminister Mecklenburg-Vorpommern), Herr Hennerkes, Frau Erdmann & Herr Weber (EDEKA), Herr Flasbarth (Staatssekretär Bundesumweltministerium), Herr Heinrich (WWF-Vorstand), Herr Gottwald & Frau Dr. Stein-Bachinger (ZALF e.V.), Herr Wolter (WWF), Frau Dr. Micklich (Biopark e.V.) | Quelle: © WWF Deutschland.

Das Projekt „Landwirtschaft für Artenvielfalt“ trägt in beispielhafter Weise dazu bei, die Artenvielfalt in ökologisch bewirtschafteten Betrieben transparent zu bewerten und durch die Integration von effektiven Naturschutzmaßnahmen in die praxisübliche Bewirtschaftung zu erhöhen. Verbraucher können durch den Kauf der so erzeugten Lebensmittel aktiv einen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt leisten. Initiiert wurde das Projekt vom WWF Deutschland, dem ökologischen Anbauverband Biopark sowie dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern. Wegbereiter und Partner seitens der Vermarktung ist EDEKA.

Stärkung des ökologischen Landbaus

Grundlage des Projektes ist die ökologische Landwirtschaft, die nachweislich einen hohen Beitrag zur Artenvielfalt leistet. Diese Leistungen werden in unterschiedlichen Betriebsbereichen erbracht und sind in ihrer Komplexität schwierig zu bewerten. In den vergangenen drei Jahren haben der Diplom-Biologe Frank Gottwald und die Diplom-Agraringenieurin Dr. Karin Stein-Bachinger federführend an dieser Bewertungsfrage gearbeitet. Am Institut für Landnutzungssysteme des ZALF entstand dazu gemeinsam mit Experten aus Wissenschaft, Praxis, Beratung und Verwaltung ein Leistungskatalog. Dieser bietet über 70 Auswahlmöglichkeiten für Maßnahmen im Ackerland, Grünland und im Bereich der Landschaftselemente. Parallel dazu entwickelten sie ein Bewertungssystem für Naturschutzleistungen auf gesamtbetrieblicher Ebene, bei dem auch das Vorhan-densein bestimmter wildlebender Tier- und Pflanzenarten und Lebensräume berücksichtigt wird.

Der Leistungskatalog umfasst Maßnahmen für verschiedenste Arten mit unterschiedli-chen Ansprüchen an ihre Lebensräume. Über ein Punktesystem wird die Effizienz der einzelnen Maßnahmen aus Naturschutzsicht bewertet. Die beteiligten Betriebe sollen nach einer eingehenden Beratung durch Naturschutzberater eine Mindestpunktzahl auf gesamtbetrieblicher Ebene erreichen. Das Bewertungssystem ist einzigartig in Deutschland und bedeutet für die Betriebe eine Zusatzqualifikation für besondere Leistungen zur Förderung der Artenvielfalt.

Zusammenarbeit auf freiwilliger Basis

Im Projekt sind aktuell mehr als 50 Betriebe beteiligt, die insgesamt rund 35.000 ha bewirtschaften. Die Betriebe liegen vor allem in Mecklenburg-Vorpommern; seit 2015 sind auch Partnerbetriebe aus Brandenburg, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt involviert. Wissenschaftliche Vergleichsuntersuchungen sowie ein Monitoring dienen dazu, die Wirksamkeit ausgewählter Maßnahmen zu dokumentieren und zu verbessern. Eine tragende Säule ist die fundierte naturschutzfachliche Beratung, die jedem Betrieb ermöglicht wird.

EDEKA Nord als kooperierendes Unternehmen garantiert einen höheren Abnahmepreis der Produkte der zertifizierten Betriebe und honoriert darüber die Naturschutzleistungen der Landwirte. Seit März 2015 werden die unter der Marke Natur pur bei EDEKA gelisteten Produkte mit dem Logo ‚Landwirtschaft für Artenvielfalt‘ angeboten. Die beteiligten Betriebe werden auf der Projekthomepage vorgestellt. Langfristiges Ziel der Projektpartner ist eine breite Einführung und Nutzung des neuen Bewertungssystems durch Betriebe des Ökologischen Landbaus.

UN-Dekade Biologische Vielfalt

Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2011 bis 2020 zur UN-Dekade für die biologische Vielfalt erklärt. Die Staatengemeinschaft ruft damit die Weltöffentlichkeit auf, sich für die biologische Vielfalt einzusetzen. Ein Schwerpunkt ist die Auszeichnung von vorbildlichen Projekten, die von der Lebensmittelerzeugung bis hin zum Verbraucher eine Vielzahl von Akteuren einbinden und Naturschutzleistungen transparent umsetzen. In Deutschland werden über 50 Prozent der Fläche landwirtschaftlich genutzt. Viele Tiere und Pflanzen sind auf diese Flächen als Lebensraum angewiesen. Die ökologische Landbewirtschaftung kann mit der gezielten Integration von Naturschutzmaßnahmen einen zusätzlichen und nachweisbaren Mehrwert für die heimische Flora und Fauna leisten. Das ZALF arbeitet zu gesellschaftlich relevanten Fragestellungen im Zusammenhang mit der Nutzung von Agrarlandschaften. Themen wie Ernährungssicherung, Boden als natürliche Ressource oder Biologische Vielfalt werden disziplinübergreifend bearbeitet. Die Forschungsfragen umfassen drei Kernthemenbereiche von den Prozessen in Agrarlandschaften über die Wirkung unterschiedlicher Landnutzungen bis hin zu den daraus entstehenden Nutzungskonflikten und deren Regelung. Aufbauend auf den Ergebnissen entwickelt das ZALF Lösungen für eine nachhaltige Intensivierung der Landnutzung unter sich ändernden Rahmenbedingungen wie beispielweise dem Klimawandel.

Zur Pressemitteilung im PDF-Format

 

Infomaterial und weiterführende Informationen:

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© Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. Müncheberg