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Beitrag zur Forschung des ZALF

Im Fokus von Programmbereich 3 „Agrarlandschaftssysteme“ steht die forschungsbasierte Entwicklung von Methoden und Anwendungen, mit denen das systemische Verständnis natürlicher und sozio-ökonomischer Prozesse in Landschaften zu handlungssensiblem Wissen integriert werden kann. Zwei Aspekte sind dabei zentral: erstens werden systemische Ansätze verfolgt, welche die Landwirtschaft in ihrer Wechselwirkung mit der umgebenden Landschaft, dem Ernährungssystem und den gesellschaftlichen Bedarfen nach Agrarprodukten und öffentlichen Gütern analysiert. Zweitens wird eine vorausschauende Perspektive eingenommen, in dem zukünftige Entwicklungen und Trends (z.B. Klimawandel, Digitalisierung, Agrar- und Klimapolitik, Ernährungsgewohnheiten) antizipiert, Schlussfolgerungen für neue Anbausysteme gezogen und deren Folgen abgeschätzt werden.

Die zentralen Forschungsfragen von Programmbereich 3 „Agrarlandschaftssysteme“ sind:

  • Wie interagieren Landnutzungen, Wertschöpfungsketten und Ernährungssysteme, und wie können sie so aufeinander abgestimmt werden, dass die nachhaltige Entwicklung in Regionen und im Stadt-Landverbund gestärkt wird? Welche Determinante, Muster und Pfadabhängigkeiten sind prägend?
  • Wie können Modellansätze von Pflanzenbausystemen so kombiniert werden, dass Aussagen zu Erträgen, Ressourceneffizienz und Umweltwirkungen über verschiedene Raumzeitskalen hinweg möglich sind und z. B. eine konzeptionelle Integration von Pflanzenbausystemen mit ernährungssystemischen Wertschöpfungsketten erlauben?
  • Wie lassen sich zukünftige Entwicklungen in der Anbautechnik (Bearbeitungssysteme, autonome Maschinen, geänderte Fruchtfolgen, Agroforstsysteme) voraussehen, mit anderen Treibern zu Zukunftsszenarien integrieren und hinsichtlich ihrer Wirkungen in Bezug auf die effiziente Nutzung von Ressourcen (Wasser, Land, Energie, Rohstoffe, Kosten) und auf Ökosystemleistungen vor dem Hintergrund sich ändernder Rahmenbedingungen (z. B. Klimawandel, Politik) bewerten? Welche Indikatoren sind dafür geeignet und wie können Abschätzungen auch bei einer nur wenig analytisch belegten Wissensbasis vorgenommen werden?

 

Beitrag des Programmbereichs zur Forschung des ZALF 

 

Arbeitsgruppen

 

Folgenabschätzung von Landnutzungsänderungen

Bild der AG Folgenabschätzung von Landnutzungsänderungen 

Impact Assessment synthetisiert Forschung zu entscheidungsrelevantem Wissen. Die Arbeitsgruppe fokussiert auf Ziele der nachhaltigen Entwicklung und koppelt damit die zwei Ansätze Folgenabschätzung und Nachhaltigkeitsbewertung. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt auf der Folgenabschätzung von Bodenbewirtschaftung und Bodenfunktionen im Kontext nachhaltiger Intensivierung. Indikatoren werden entwickelt, um den Beitrag zu den UN-Nachhaltigkeitszielen zu konkretisieren und für verschiedene Raumzeitskalen abzuschätzen. Aufgabe der Arbeitsgruppe ist es weiterhin, zukünftige Entwicklungen in der Bodenbewirtschaftung mit Foresightstudien und Szenarienentwicklungen abzuschätzen. Außerdem verfolgt die Arbeitsgruppe die methodische Frage, ob und wie Impact Assessment für Fragen der Wirkung von Forschung selbst eingesetzt werden kann.

Kontakt: Prof. Dr. Katharina Helming

 

Raum- und Systemkontext

Bild der AG Raum- und Systemkontext

Landnutzungsentscheidungen werden in Abhängigkeit von Raum- und Systemkontext von unterschiedlichen Akteuren auf verschiedenen Ebenen getroffen. Die Arbeitsgruppe fokussiert auf die analytische Vernetzung des Wissens zu Determinanten, Prozessen und Pfadabhängigkeiten von Landnutzungsentscheidungen auf einzelbetrieblicher und Landschaftsebene sowie auf dafür erforderliche methodische und theoretische Weiterentwicklungen. Dazu gehört v.a. die Berücksichtigung gesellschaftlicher Bedarfe an Landnutzung vor dem Hintergrund naturräumlicher und sozioökonomischer Gegebenheiten und Herausforderungen, Akteurskonstellationen und Anreizen für Landnutzungsentscheidungen. Weiterer Forschungsbedarf besteht hinsichtlich der räumlichen Dimension der o.g. Determinanten und Prozesse, z. B. bezüglich unterschiedlicher Bedingungen und Bedarfe in Städten und Ländlichen Räumen.

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Kontakt: Dr. Annette Piorr

 

Integrierte Pflanzenbau-Systemanalyse

Bild der AG Integrierte Pflanzenbau-Systemanalyse

Die integrierte Bewertung der Auswirkungen von Anbausystemen auf die Ernährungssicherheit, die Umwelt oder den Klimawandel erfordert die gleichzeitige Berücksichtigung physiologischer, biophysikalischer und sozioökonomischer Determinanten der Pflanzenproduktivität, der Landnutzung und der Ökosystemleistungen. Das Hauptziel dieser Arbeitsgruppe ist die Entwicklung von Ansätzen, Methoden und Modellen zur Verbesserung des Nutzens der biophysikalischen Anbausystemanalyse in integrierten Bewertungen über verschiedene Skalen hinweg, um die Entwicklung nachhaltiger und widerstandsfähiger Anbausysteme zu unterstützen. Zwei besondere Schwerpunkte sind die verbesserte Berücksichtigung des Pflanzenmanagements in integrierten Bewertungen und die Darstellung der Pflanzentemperatur für Klimafolgenabschätzungen.

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Kontakt: Dr. Heidi Webber

 

Agrarökonomie und Ökosystemleistungen

Bild der AG Agrarökonomie und Ökosystemleistungen

Der Fokus der Arbeitsgruppe liegt auf der Analyse, Modellierung und Bewertung landwirtschaftlichen Entscheidungsverhaltens auf verschiedenen räumlichen und zeitlichen Skalenebenen. Es wird untersucht, wie sich Veränderungen der Rahmenbedingungen auf die Entscheidungsfindung der landwirtschaftlichen Landnutzer auswirken, welche Folgen die daraus entstehende Landnutzung für Ökosysteme hat, und wie die Landnutzung in einer gegebenen Situation wettbewerbsfähig und ressourcenschonend gestaltet werden kann. Die Arbeitsgruppe wendet mathematische Modelle und empirische Methoden an, um in nationalen und internationalen Fallstudien Technologie- und Politikfolgenabschätzungen auf betrieblicher und regionaler Ebene durchzuführen.

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Kontakt: Dr. Peter Zander

 

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© Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. Müncheberg