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Historie

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Die Anfänge

1920

Weinreben am Hauptgebäude, 1930er Jahre

Kauf des Gutes Brigittenhof (175 ha) bei Müncheberg durch den Vererbungsforscher Erwin Baur (1875-1933) und erste Pflanzenzüchtungsversuche

1928

Nachdem bereits 1917 ein Antrag bei der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Gründung eines Institutes in Müncheberg einging, kann Erwin Baur nach zehn Jahren die nötigen Mittel einwerben um das Kaiser-Wilhelm-Institut für Züchtungsforschung zu gründen. Auf den sandigen, trockenen und winterkalten Böden Nordost-Brandenburgs soll die Züchtung von Nutzpflanzen für Ungunsträume vorangetrieben werden.

1929

Züchtung einer bitterstofffreien Futterlupine, auch genannt Süßlupine

1934 - 1945

Im Zuge der nationalsozialistischen Prioritätensetzung zugunsten einer starken Landwirtschaft erfährt das Institut umfangreiche Erweiterungen in seinen Aufgaben und seiner Ausstattung. Die Futterpflanzenzüchtung wird ausgebaut. Dem Näherrücken der Front folgt im Februar 1945 die Verlagerung des ganzen Institutes und allem beweglichen Materials, zunächst nach Voldagsen, Kreis Hameln und von dort 1955 nach Köln-Vogelsang, wo es bis heute als Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung besteht.

 

Neubeginn in Müncheberg 

1945 - 1951

Am ersten Oktober 1945 wird der Standort Müncheberg mit den wenigen verbliebenen Mitteln und Mitarbeitern durch Dr. Otto Schröck und Dr. Bernhard Husfeld als Zentralforschungsanstalt für Pflanzenzucht (Erwin-Baur-Institut) wiedereröffnet. Nach wechselnder Leitung wird Prof. Dr. Erich Rübensam Direktor der Zentralforschungsanstalt für Acker- und Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung, mit neuen Schwerpunkten u.a. in der Obstbauforschung.

1952 – 1969

Versuchsfeld Lupinenabteilung

Unter Prof. Dr. Rübensams Leitung verlagerte das Institut, unter der neuen Bezeichnung "Deutsche Akademie der Landwirtschaftswissenschaften zu Berlin, Institut für Acker- und Pflanzenbau" seine Anstrengungen zugunsten der Erforschung der Bodenfruchtbarkeit und Bodenbearbeitung. Im Rahmen des 1. Fünfjahresplanes (1951-55) rückte die Mehrung bzw. Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit bei intensiver Nutzung auf sandigem Untergrund in den Mittelpunkt künftiger Forschung, ebenso die meliorative Bodenbearbeitung. Es erfolgt eine Neustrukturierung in die drei Bereiche Ackerbau, Ackerbauliche Grundlagen und Meliorationsforschung mit jeweils vier bis sechs Abteilungen. 

 

Das Paradigma der Intensivierung

1970

Das in Forschungszentrum für Bodenfruchtbarkeit Müncheberg (FZB) umbenannte Institut wird unter der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften der DDR durch Eingliederung vorher selbständiger Institute in Bad Lauchstädt und Jena (1976 auch Eberswalde) zur zentralen Forschungsinstitution im Bereich der Bodenbearbeitung ausgebaut.

1970 - 1980

Unter dem Direktor Prof. Dr. Peter Kundler wird weiter an der Intensivierung der Pflanzenproduktion durch Mechanisierung, Chemisierung und Melioration geforscht. Dies beinhaltet Forschungsleistungen in den Bereichen Beregnung, Grundwasserregulierung und Entwässerung, Bodenbearbeitung, Gefügemelioration und Entsteinung, Versorgung der Böden mit organischer Substanz sowie Fruchtfolgegestaltung bei spezialisiertem Anbau.

1980 - 1987

Ausgehend von der agrarpolitischen Strategie zur fondssparenden umfassenden Intensivierung der Landwirtschaft, konzentrierte sich die Forschung auf neue, fondssparende ackerbauliche und meliorative Lösungen in Einheit mit der verstärkten Entwicklung der Schlüsseltechnologien (Mikroelektronik, Biotechnologie).

 

Der Einzug der Nachhaltigkeit

1987 - 1991

Verstärkte Forschung zu ökologisch-ökonomisch ausgewogener Landbewirtschaftung

1990

Vor dem Hintergrund des weiter wachsenden Stellenwertes der ökologischen Thematik erfolgt eine Umstrukturierung in vier Fachbereiche: Bodenschutz und Bodenphysik, Landbau und Flurgestaltung, Wasserhaushalt und Gewässerschutz sowie Bodenbiotechnologie und Ökophysiologie.

27.09.1991

Nach formaler Auflösung der Einrichtung im Zuge des Einigungsvertrages wird auf Empfehlung des Wissenschaftsrates der Bundesrepublik eine Weiterführung der Forschung am Standort mit geänderter Aufgabenstellung vorbereitet.

 

Forschung im Landschaftskontext

ab 1992

Das ZALF wird Anfang 1992 als Einrichtung der Blauen Liste als „Zentrum für Agrarlandschafts- und Landnutzungsforschung e.V.“ auf Empfehlung des Wissenschaftsrates am Müncheberger Standort formal neu gegründet.

Als „Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V.“ gehört es seit 1997 zur Wissenschaftsgemeinschaft G.W. Leibniz.

Direktoren seit 1992

  • Prof. Dr. Karl Heinrich Hartge, Gründungsdirektor - Konsolidierung von neun neu geschaffenen Instituten, darunter eines für Sozio-Ökonomie
  • Prof. Dr. Hans-Rudolf Bork, Direktor vom Sommer 1992 bis 1999 - Profilierung der Landschaftsforschung, kollaborative Modellierungsprojekte
  • Dr. Wolfgang Seyfarth, kommissarischer Direktor bis 2001- schnelle Neubesetzung der wissenschaftlichen Leitung
  • Prof. Dr. Hubert Wiggering, Direktor bis 2014 - Internationalisierung, Wechsel zum brandenburgischen Wissenschaftsministerium
  • Prof. Dr. Klaus Müller, kommissarischer Direktor 2014 bis Anfang 2016 - erfolgreiche Vorbereitung auf die Evaluierung 2016
  • Prof. Dr. Frank A. Ewert Wissenschaftlicher, Direktor seit März 2016 - positive Evaluierung, in der Folge Strukturreform, die flexible Arbeitsgruppen an die Stelle der Institute setzt.

Das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung arbeitet heute zu gesellschaftlich relevanten Fragestellungen im Zusammenhang mit der Nutzung von Agrarlandschaften, wie Klimawandel, Ernährungssicherung, nachhaltige Bewirtschaftung von natürlichen Ressourcen, biologische Vielfalt und Ökosysteme. Forschungsfragen umfassen die naturwissenschaftlichen Grundlagen von Prozessen in Agrarlandschaften, die Wirkung unterschiedlicher Nutzungen sowie daraus entstehende Nutzungskonflikte und deren Regelung. Aufbauend auf den Ergebnissen entwickelt das ZALF Konzepte für eine nachhaltige Nutzung von Agrarlandschaften – in Deutschland, Europa und der Welt.

 

Literaturhinweise:

  • C. Dalchow, H.-R. Bork, P. Schubert (1998): Forschung in Müncheberg/Mark. Bild- und Schriftzeugnisse zur Entwicklung seit 1928. ZALF-Bericht Nr. 35, Müncheberg.
  • Rübensam, E. (1998): 70 Jahre Forschung in Müncheberg/Mark.Vom Kaiser-Wilhelm-Institut zum Institut für Acker- und Pflanzenbau 1928-1968. -200 S.; Eggersdorf/Mü. -Berlin (Frankfurt Oder Edition).
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