Berlin – für ZFarming bestens geeignet

Berlin verfügt mit seinen Kleingärten, gartenstadtähnlichen Siedlungen und Balkonen bereits über eine lange Tradition des innerstädtischen Gärtnerns. Dienten diese bis vor 60 Jahren überwiegend der Produktion von Gemüse und Obst insbesondere für Kriegs- und Winterzeiten, so haben sie heute bei zunehmend industrialisierter und globalisierter Lebensmittelproduktion eher Ziergarten- und Erholungscharakter. Der Wunsch nach frischen, schmackhaften und sicheren Lebensmitteln, aber auch die Freude am Pflanzen und Ernten hat jedoch in den vergangenen Jahren der produktiven, innerstädtischen Landwirtschaft einen neuen Boom verschafft. So entstehen teils improvisierte, teils kommerzielle, innovative Projekte für den Anbau von Gemüse, Kräutern und Obst.

 

Potenzialflächen für Rooftopfarming in Berlin

Eine interessante Fragestellung in Bezug auf Berlin war u.a., welche Dachflächen hier eigentlich für kommerziell betriebenes ZFarming geeignet wären. Hierzu wurden, basierend auf Daten aus dem Berliner Solaratlas, Flachdächer mit einer Größe von mindestens 500qm identifiziert, die für solare Nutzung geeignet wären. Aufgrund der Datenverfügbarkeit wurden davon ausgegangen, dass Dachflächen, die für die solare Nutzung geeignet sind, auch für ZFarming in Frage kommen. Hierzu ein paar spannende Zahlen und Fakten:

  Insgesamt gibt es 36.553.527 qm solare Potenzialfläche auf 364.008 Dachflächen in Berlin.
  Davon befinden sich 22.683.650 qm (62,1%) auf 99.807 Flachdächern (27,4%).
  Von diesen 99.807 Flachdächern sind 8.380 mindestens 500 qm groß. Dies entspricht 8,4% der Flachdächer und 2,3% aller Dachflächen.

Flächenmäßig bedeutet dies: Berlin bietet insgesamt 9.622.600 qm an Flächen, die jeweils größer als 500 qm sind. Dies entspricht 42,4% der solaren Potenzialflächen auf Flachdächern und 26,3% der gesamten solaren Potenzialflächen.

Für die Erstellung der Karte wurden neben der Dachneigung und einer Mindestgröße von 500 qm verschiedene weitere Kriterien definiert, die bei der Planung von kommerziellen Rooftop Farming Projekten zu bedenken sind (Gebäudehöhen, Flächennutzungen, Flächentypen, Homogenität der Flächen), wodurch sich die Anzahl potenziell geeigneter Flächen weiter reduziert hat. Genaueres zu diesem Vorgehen ist in der [Kartenbeschreibung] erläutert.

Nach Berücksichtigung dieser zusätzlichen Parameter bleiben insgesamt noch 7.302 Flachdächer (entspricht 7,3% aller Flachdächer und 2,0% aller Dachflächen) für kommerzielles Rooftop ZFarming.
Von diesen 7.302 Flachdächern sind aufgrund der jeweiligen Flächenzuschnitte 3.122 Flächen sehr gut oder gut für kommerzielles Rooftop ZFarming geeignet (3,1% der gesamten Flachdächer), 3.915 bedingt geeignet (3,9% der gesamten Flachdächer) und 265 ungeeignet (0,3% der gesamten Flachdächer).

Flächenmäßig bedeutet dies, dass 8.317.935 qm Potenzialfläche für kommerzielles Rooftop ZFarming identifiziert werden konnte. Davon sind aufgrund der jeweiligen Flächenzuschnitte 4.795.284 qm sehr gut oder gut für kommerzielles Rooftop ZFarming geeignet, 3.288.915 qm einigermaßen geeignet und 233.736 qm nicht geeignet.

Aus Gründen der Vereinfachung wird hier von „Flachdächern“ und „Dächern“ gesprochen. Genau genommen handelt es sich jedoch z. T. um Dachteilflächen aus dem Solaratlas, d.h. ein großes Dach kann u. U. in mehrere Teildachflächen unterteilt sein, so dass die Zahlen hier lediglich Näherungswerte darstellen; statische Betrachtungen wurden in der Untersuchung nicht mit berücksichtigt

[zur Online-Karte Potenzialflächen für Rooftopfarming in Berlin]
[hier finden Sie Tipps zur Benutzung der Online-Karte] coming soon!