37. Bundestagung der DLKG

Flächenkonkurrenz entschärfen:
gemeinsam – maßvoll – zukunftsfähig

7. bis 9. Juni in Freising-Weihenstephan

Kardinal-Döpfner-Haus Freising

Deutschland ist ein Industriestaat, der aufgrund seiner naturräumlichen und klimatischen Voraussetzungen für die landwirtschaftliche Nutzung beste Bedingungen bietet. Durch unseren hohen Lebensstandard und unsere wachsenden Ansprüche nimmt die Konkurrenz um die vorhandenen und begrenzten Flächen täglich zu. So wurden im Jahr 2015 in Deutschland ca. 74 ha/Tag, das sind ca. 100 Fußballfelder, für Siedlung und Verkehr verbraucht. Aber nicht nur die Versiegelung, sondern auch andere Faktoren wie das Wachstum der Weltbevölkerung, Nahrungsmittelengpässe als Folge von Missernten, der Abbau von Rohstoffen und der Anbau von Energiepflanzen stehen im ständigen Wettbewerb um ein begrenztes Flächenangebot.

Die unterschiedlichen globalen und gesellschaftlichen Ansprüche sind bei diesem Thema genauso zu berücksichtigen wie die ethischen und moralischen Sichtweisen.

Um Flächenkonkurrenz dauerhaft entschärfen zu können, muss es gelingen, konkurrierende Ansprüche auf derselben Fläche miteinander zu vereinbaren. Hier bedarf es gemeinsamer Strategien, damit die Nutzung begrenzter Fläche maßvoll und zukunftsfähig erfolgt.

Die mit allen Beteiligten einvernehmliche Umsetzung multifunktionaler Landnutzungskonzepte einschließlich der für die naturschutzrechtliche Kompensation erforderlichen produktionsintegrierten Kompensationsmaßnahmen steht im Mittelpunkt der Veranstaltung.

Wichtigstes Ziel ist es, zukunftsweisende Impulse für einen sparsamen und sorgsamen Umgang mit der Fläche zu erhalten.

Prof. Dr. Karl-Heinz Thiemann
Vorsitzender der DLKG

Vorträge

Flächenansprüche – Wie erfüllt man wachsende Ansprüche an begrenzte Landflächen?
Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Haber, Freising

Zahlen und Fakten zum Flächenanspruch aus globaler Sicht
Prof. Dr. Dr. h.c. Harald v. Witzke, Lebenswissenschaftliche Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin

Flächenanspruch aus Sicht der Gesellschaft
Irene Burkhardt, Vizepräsidentin des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten, Inhaberin eines Planungsbüros, München

Flächenanspruch aus ethischen, moralischen und christlichen Gesichtspunkten
Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger, Bischofsvikar des Erzbistums München und Freising, München

Multifunktionale Landnutzungskonzepte
Prof. Dr. Peter Heck, Institut für angewandtes Stoffstrommanagement der Hochschule Trier, Umwelt-Campus Birkenfeld

Landnutzung gestalten – Menschen bewegen
Norbert Bäuml, Bereich Zentrale Aufgaben der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung, München

Moderation als Erfolgsfaktor – Wildlebensraumberatung in Bayern
Dr. Christof Janko, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Freising

Flächenbereitstellung für Naturschutz und Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen – Beispiele aus der Praxis
Wolfgang Ganser, Stiftung Westfälische Kulturlandschaft, Münster

Multifunktionale Flächen in der Landwirtschaft
Klaus-Dieter Blanck, Landwirt, Betriebsberater und Kreisvorsitzender im Bauernverband Schleswig Holstein

Umsetzungsbeispiele für gemeinschaftliche Landnutzungskonzepte
Michael Diestel, Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbandes, Kreisverband Rhön-Grabfeld

Kompensationsmaßnahmen – Konfliktpotential oder Einnahmequelle für Landwirte
Ingrid Moser, Landwirtin und Geschäftsführerin Landschaftspflegevereinigung Gießen

Flächenmanagement am Beispiel der Achentalgemeinden
Wolfgang Wimmer, Geschäftsführer Ökomodell Achental e.V., Schleching

Exkursionen

Exkursion 1:
Blühflächen, Landnutzungskonzepte, Kurzumtriebsplantagen, autochthone Saatgutproduktion

Exkursion 2:
Produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahmen (PIK) – Umsetzungsprojekte, Landnutzungskonzepte