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von Kurt Reschke, Bremen
Der Verfasser war 1980 bis 1990 Obmann der Arbeitsgruppe Nordrhein-Westfalen und
1991 bis 1994 Schriftführer der DLKG
Die Gründung der DLKG geht auf das Jahr 1977 zurück. Sie Indessen hatte sie
einen Vorgänger, den seit den 60er Jahren bestehenden, von Professor Dr. C.
Husemann (Berlin-Dahlem) unter dem Schirm der Landwirtschaftlichen Rentenbank in
Frankfurt/M. ins Leben gerufenen Arbeitskreis für Kulturtechnische Forschung. In
loser Zusammensetzung förderte und steuerte er die kulturtechnische Wissenschaft
in Deutschland, und zwar in engem Kontakt mit dem Ausland. Nach Husemanns Tod
übernahm Professor Dr. H. Baumann (Berlin, später Kiel) die Leitung und wurde
nun zum Initiator und Ideengeber bei der Gründung der DLKG. Als Verfasser der
ersten Satzung stand ihm Präsident F.-J. Lillotte (Münster) zur Seite. Die
Satzung wurde später von G. Terhardt (verstorben) und K. Reschke fortgeschrieben
und in neuer Fassung 1992 verabschiedet.
Landeskultur ist wie kaum ein anderes Fach interdisziplinär orientiert. Das
sollte dann auch bei der Arbeit der DLKG seinen Niederschlag finden und
verwirklicht werden mit dem erklärten Ziel, die hierbei mitwirkenden Berufe zu
vereinigen und jede Eingleisigkeit zu vermeiden: also Landwirte, Juristen,
Geodäten, Wasserwirtschaftler, Geografen, Geologen/ Bodenkundler, Biologen,
Landschaftsarchitekten, Forstleute, und zwar aus Wissenschaft, Verwaltung,
Praxis und Verbänden. Welche andere wissenschaftliche Gesellschaft kann solche
Vielfalt aufweisen?
Vorsitzende der DLKG war 1976 bis 1982 Professor Dr. H. Baumann (Kiel) - bis zu
seinem Tode 1991 Ehrenvorsitzender; danach 1983 bis 1990 Professor Dr. N. Knauer
(Kiel), 1991 bis 1998 Professor Dr.-Ing. R. Hoisl (München) und seit 1999 Dr. A.
Werner (Müncheberg). Der siebenköpfige Vorstand, ebenso wie der Vorsitzende auf
jeweils vier Jahre gewählt, weist eine regionale und wiederum interdisziplinäre
Streuung auf. Außer dem Vorsitzenden und seinem Stellvertreter gehören ihm der
Schriftführer und der Kassenführer an, und im übrigen sind wiederum die
Länderarbeitsgruppen durch ihre Obleute vertreten.
Auch hierbei war Baumann die treibende Kraft: alsbald nach der Gründung bildeten
sich Arbeitsgruppen in den Ländern, und seit 1990 im Beitrittsgebiet, die über
größere Veranstaltungen und Exkursionen hinaus die persönliche und kollegiale
Kontaktpflege betrieben.
Rund um alle Probleme des ländlichen Raumes und nicht allein der Agrarstruktur
entwickelten sich von 1977 an die jährlichen bzw. zeitweise zweijährlichen
Jahres- bzw. Bundestagungen. Fachübergreifend waren und sind die Themen und die
Besetzung mit den Vortragenden. Die behandelten Themen waren entweder
allgemeiner Art, vor allem im Sinne der Einbettung in die Agrarpolitik bzw. der
Politik für den ländlichen Raum, wie z.B. 2003 mit dem Thema des Überganges von
der "alten" Flurbereinigung über die Landentwicklung zur Integrierten Ländlichen
Entwicklung. Spezieller Art dagegen waren z.B. die Bearbeitung der
Feldberegnung, der Gewässerpflege oder der Strukturelemente in der
Agrarlandschaft. So ergibt sich ein bestimmter Rhythmus in vielfältiger Weise.
Die erste Tagung der DLKG fand am 21. und 22. April 1977 in Gießen statt.
Der Gründungsvorsitzende der DLKG, Professor Dr. H. Baumann (Kiel), eröffnete
die damalige Veranstaltung mit Worten, die nach fast 30 Jahren in weitestem Maße
ihre Gültigkeit behalten haben; ging er doch auf den Landeskulturbegriff im
eigentlichen Sinne ein: gemeint ist die Einheit von Nutzen und Pflegen der
Agrarlandschaft. Die Ansprache wurde in der Zeitschrift für Kulturtechnik und
Flurbereinigung 18 (1977), S. 258-260 veröffentlicht. Damit wurde diese
Zeitschrift zum "Hausorgan" der DLKG, später fortgeführt als Zeitschrift für
Landnutzung und Landentwicklung, aber bedauerlicherweise mit Vol. 5 des Jg. 44
(2003) eingestellt. Bis dahin wurden alle Vorträge und sonstigen Ergebnisse der
Jahrestagungen hierin veröffentlicht (Originalbeiträge).
Ab 1990 vollzog sich rasch die Integration des Beitrittsgebietes und seiner
vielen hochinteressierten und wohlgerüsteten Landeskulturfachleute. Schon 1992
fand dort - in Jena - erstmals eine Bundestagung statt. Hiermit gesellten sich
zu den "klassischen" Standorten der landeskulturellen Forschung - in
Berlin-Dahlem, Kiel, Bremen, Bonn, Gießen und München - solche aktiven
Einrichtungen hinzu wie in Jena und Müncheberg.
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