Agrarumweltprogramme - wie weiter?!
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25. Bundestagung
vom 29. September bis 1. Oktober 2004 in Weimar
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gemeinsam mit der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft TLL Jena
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Vom 29. September bis 1. Oktober 2004 fand die 25. DLKG-Bundestagung in Weimar
statt. über 150 Teilnehmer folgten der Einladung in den Saal des Jugend- und
Kulturzentrums mon ami in Weimar.
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Nach der Eröffnung durch Herrn Dr. Armin Werner, Vorsitzender des
DLKG-Vorstandes, moderierte Agrarjournalist Werner Wühst das Expertengespräch
zum Thema
"Klimawandel - Auswirkungen auf Landnutzung und Landeskultur"
Schneller Temperaturanstieg oder eine neue Eiszeit? Trotz aller Unwägbarkeiten
sagen führende Klimaforscher einen Anstieg der Kohlendioxidkonzentration in der
Atmosphäre und eine zunehmende Erwärmung der Luft im nächsten Jahrhundert um 2
bis 3 Grad voraus. Die EU-Kommission sieht in der globalen Erwärmung eine der
größten Gefahren für die nachhaltige Entwicklung in Europa. Konsequenzen für das
Wettergeschehen deuten sich bereits an. Dazu zählt ein Anstieg der
Witterungsextreme wie Hitzewellen, langanhaltende Dürren, Starkniederschläge und
Stürme.
Dies bleibt nicht ohne Folgen für die Landnutzung und die Landeskultur. Die
Landwirtschaft steht vor der Herausforderung sich der verändernden Situationen
anzupassen, vor allem hinsichtlich Wasser-haushalt, Schädlings- und
Krankheitsbefall oder Erosionsgefährdung. Der Naturschutz muss traditionelle
Schutzstrategien überdenken, weil sich Grenzen der Verbreitungsareale von Tier-
und Pflanzenarten verschieben. Die Forstwirtschaft befasst sich bereits heute
mit der langfristigen Änderung der Baumartenzusammensetzung und Waldschäden.
Aktive Hochwasservorsorge ist in neuen Dimensionen erforderlich. Die verstärkte
Förderung klimafreundlicher Alternativenergien, wie Windkraftnutzung oder der
Anbau nachwachsender Rohstoffe verändert das Landschaftsbild.
Die Podiumsdiskussion mit betroffenen Experten aus verschiedenen Fachbereichen,
soll dazu beitragen, den aktuellen Wissenstand zum Themenkomplex zu verdichten
und fachübergreifende Anregungen zu möglichen Entwicklungstendenzen und
Anpassungsreaktionen von teilweise konkurrierenden Nutzungsansprüchen geben.
Die anschließende Stadtführung bot neben der Besichtigung des Goethe- oder
Schillerwohnhauses, der Altstadt und des Ilm-Parks eine Fülle von Informationen
zur Geschichte der Stadt Weimar.
Die zwei Führungen mit je 25 Personen endeten am Gasthaus "Zum Weißen Schwan",
wo der Tag mit einem gemütlichen Beisammensein ausklang.
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Am nächsten Tag begrüßten der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz
und Umwelt Dr. Volker Sklenar sowie der Weimarer Oberbürgermeister Dr. Volkhardt
Germar das Auditorium der Vortragveranstaltung zum Thema "Agrarumweltprogramme -
wie weiter!?"
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Thüringer Minister Volker Sklenar
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Herr Minister Dr. Volker Sklenar verwies in seinem Grußwort auf die erfolgreiche
Ausrichtung des KULAP im Freistaat und notwendige Weiterentwicklungen der
Agrar-umweltmaßnahmen im Zuge der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik. Als
entscheidende Einflußgröße nannte er dabei auch die Frage der Finanzierung,
insbesondere die Verfügbarkeit nationaler und regionaler Mittel.
Balthasar Huber von der Europäischen Kommission, Generaldirektion Landwirtschaft
und Professor Dr. Gerhard Breitschuh, Präsident der Thüringer Landesanstalt für
Landwirtschaft, erläuterten in ihren Grundsatzvorträgen die Entwicklungen und
Konsequenzen der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik in Hinblick auf die
Agrarumweltmaßnahmen.
In den anschließenden Vorträgen wurden verschiedene Aspekte dargestellt,
bezüglich der Entwicklung geeigneter Bewertungsmethoden, der Konsensfindung mit
Instrumenten der Landentwicklung, den Wirkungen aus der Halbzeitevaluierung, der
Anwendung von Maßnahmen im Landwirtschaftsbetrieb sowie die Anforderungen an
Weiterentwicklung und Neuausrichtung der Programme aus Sicht von Behörden,
Landwirten und der Forschung.
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Teilnehmer der Podiumsdiskussion von links: Herr Dr. Bach, Frau
Mohnhaupt, Herr Huber, Herr Dr. Breitbarth, Herr Prof. Dr. Breitschuh, Frau
Matzdorf, Herr Dr. Hochberg und Herr Dr. Bastian)
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Den Vorträgen schloß sich eine offene Podiumsdiskussion mit den Referenten an,
die von Herrn Dr. Breitbarth (Referatsleiter im Thüringer Ministerium für
Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt) moderiert wurde.
Am Freitag fanden zwei Fachexkursionen mit je etwa 30 Teilnehmern statt. Die
erste Exkursionsroute führte unter Leitung von Prof. Dr. Dieter Roth ins
Mittlere Saaletal bei Jena. Am Beispiel der Schäferei Hänsch und der
Gleistal-Agrar e.G. Golmsdorf wurde demonstriert, wie die historisch gewachsene
Kulturlandschaft mit hohem Anteil naturschutzfachlich wertvoller Flächen durch
Landwirte unter Anwendung von Agrarumweltmaßnahmen gepflegt und entwickelt
wird.
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Foto: U. Prüfer
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Am Rande des Naturschutzgebietes "Windknollen" und des ehemaligen Schlachtfeldes
von 1806 erinnerte Herr Robert Heyne in historischem Gewand an das
Kriegsgeschehen vor fast 200 Jahren.
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Foto: U. Prüfer
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Foto: U. Prüfer
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Mit Blick auf das Kerngebiet vom Naturschutzgroßprojekt zwischen Kunitz und
Laasan berichtete unter anderem Andreas Böttger (2.v.r.) über die
Gleistal-Agrargenossenschaft und deren Landschaftspflegeleistungen.
Die zweite Exkursionsroute führte ins Untere Ilmtal. Am Beispiel der
Agrargenossenschaft Ilmtal e.G. Niedertrebra wurde gezeigt, wie komplex die
Anforderungen an ein Agrarunternehmen sind und welche Agrarumweltmaßnahmen im
traditionellen Ackerbaugebiet wirksam zur Anwendung kommen können.
Die Wiederbelebung des Weinbaus an Ilm und Saale durch die Agrarstrukturelle
Entwicklungsplanung Mitte der neunziger Jahre und der sich anschließenden
Flurbereinigung bildete ein weiteres Exkursionsthema, das Ulf Schrön von der
Thüringer Landgesellschaft mbH und Knut Rommel vom Amt für Landentwicklung und
Flurneuordnung Gotha erläuterten.
In Kaatschen stellte Hartmut Zahn sein Thüringer Weingut und den Weinanbau in
der Region vor. Die von der Thüringer Landgesellschaft mbH gesponserte
Weinverkostung, wurde von den Teilnehmern genutzt, um sich von der Qualität des
Weins an Ort und Stelle zu überzeugen.
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Artikel:
Ein Rückblick auf die 25. Bundestagung
der Deutschen Landeskulturgesellschaft (DLKG) in Thüringen
von Maik Schwabe, Jena im Oktober 2004
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