Forschungsfragen
- Welche Wirkung hat ein verstärkter Energiepflanzenanbau auf den
Austausch der Treibhausgase CO2, CH4, N2O,
die resultierenden Klimawirkung (Spurengasbilanz) und den Vorrat an
organischer Bodensubstanz in Agrarlandschaften?
- Welche Bedeutung haben die Wechselwirkungen zwischen
Erosions-/Sedimentationsprozessen und der Landnutzung für den C-Haushalt
und das CO2-Speichervermögen agrarisch geprägter
Landschaften?
- Welche Bedeutung besitzen Kleingewässer, Feuchtgebiete, Wälder und
andere Landschaftskompartimente für die Relevanz agrarisch geprägter
Landschaften als Quelle und Senke klimarelevanter Spurengase?
- Welchen Einfluss hat der Klimawandel auf den Austausch
klimarelevanter Spurengase, den C-Haushalt und den Vorrat an organischer
Bodensubstanz agrarisch geprägter Landschaften?
- Mit welchen Methoden lassen sich die langfristigen Auswirkungen von
Landnutzungs- und Klimaänderungen auf den Spurengasaustauch, den
C-Haushalt und den Vorrat an organischer Bodensubstanz von agrarisch
geprägten Landschaften darstellen?
- Wie lässt sich die Bedeutung des Kohlenstoffhaushaltes agrarischer
geprägter Landschaften und seiner Veränderungen für den globalen
C-Haushalt präziser einschätzen?
- Inwieweit kann durch ein integratives, auf alle Kompartimente
abgestimmtes Nutzungskonzept das CO2-Speicherungsvermögen
agrarisch geprägter Landschaften erhalten bzw. erhöht werden?
Untersuchungsprogramm
- Top-down-Ansatz: multidisziplinäre und multi-skalige
Landschaftsexperimente in typischen Ausschnitten der nordostdeutschen
Glaziallandschaften (kuppige Grundmoräne, vermoorte Niederungen) zur
Analyse des Wasser- und Wärmehaushaltes, der pflanzlichen Stoffbildung,
der Gasflüsse (CO2, CH4, N2O), der
C-Umsetzungen im Boden, der C-Flüsse über Erosion und Sickerwasser sowie
der Veränderungen in Menge und Qualität der organischen Bodensubstanz
bei verschiedenen Landnutzungsverfahren bzw. Landschaftskompartimenten
- Langzeituntersuchungen zur Aufklärung und Quantifizierung der
landnutzungsspezifischen Prozessintensitäten, Mechanismen und
„Triebkräften des Spurengasaustausches (CO2, N2O,
CH4) und des C-Haushaltes, differenziert nach
Landschaftselementen,
- Entwickeln von multi-skaligen modellbasierten Verfahren zur
Abschätzung der Auswirkungen von Landnutzungs- und Klimaänderungen auf
den Spurengasaustausch und den C-Haushalt von Agrarlandschaften
(Grundlage für Szenarien)
- Modellexperimente zur Aufklärung, Quantifizierung und Modellierung
der C-Flüsse, bzw. -Austausch- und -Umsetzungsprozesse im System
Pflanze-Boden (ökophysiologische und mikrobiologische Untersuchungen im
Kontext mit Gaswechselmessungen und Isotopentechniken)
- Chemische Analysen zur Identifizierung und Charakterisierung der
C-Fraktionen im Boden bzw. im Bodenwasser, in Sedimenten und in
Gewässern.
Erwartete Ergebnisse (Auswahl)
- verallgemeinerungsfähige Aussagen zum Einfluss von Bewirtschaftung
und Erosion/Sedimentation auf den Spurengasaustausch, die Klimawirkung
und den Vorrat an organischer Bodensubstanz beim Energiepflanzenanbau
- Entwicklung von Modellen zur Abschätzung der Wirkung von
Erosion/Sedimentation und des Energiepflanzenanbaus auf den
C/N-Haushalt, den Spurengasaustausch, die Klimawirkung und den Vorrat an
organischer Bodensubstanz
- Grundlagen für die Gestaltung von Energieanbausystemen mit
reduzierter Klimawirkung und langfristiger Erhaltung des Vorrates an
organischer Bodensubstanz
- zentrale Bausteine für das Erstellen von Life Cycle Assessments zur
Klimawirkung des Energiepflanzenanbaus