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Müncheberg, den 14.07. 2009
Wer die Umweltprobleme unserer Gesellschaft lösen will, muss sie an ihrer Wurzel anpacken; bei den wirtschaftlichen Zusammenhängen. Laut einer unter Ökonomen weit verbreiteten Ansicht entstehen Umweltprobleme vor allem dadurch, dass Luft, Wasser, Boden und andere Naturgegebenheiten als selbstverständlich und überall verfügbar gelten. Was einfach da ist, kann man auch einfach nutzen. Seit einigen Jahren wird versucht, dies zu verändern. Gute Luft, frisches Wasser und fruchtbarer Boden werden dabei als Dienstleistungen der Natur für menschliche Gesellschaften definiert. Auf dieser Grundlage werden sie ökonomisch in Wert gesetzt. Was kostet es, ein Wassereinzugsgebiet zu restaurieren oder die Filterfähigkeit von Böden zu erhalten? Wie können solche Ökozahlungen gestaltet werden und wer zahlt dafür an wen?
Ziel der Forschergruppe ist es zu untersuchen, wie mit wirtschaftlichen Anreizen die Dienstleistungen der Natur erhalten oder auch unsere Kulturlandschaft gepflegt werden kann. Im Zentrum des Interesses stehen Initiativen aus der Zivilgesellschaft, vor allem Stiftungen. Welchen Beitrag leisten Umweltstiftungen finanziell zum Erhalt und zur Entwicklung ökologischer Dienstleistungen? Dieser Frage möchte CIVILand durch Untersuchungen in Deutschland, Großbritannien, den USA und der Schweiz nachgehen.
Im Vergleich der Länder wollen die Forscher unter
anderem abschätzen, wie das Engagement von Umweltstiftungen für diese Aufgaben
verstärkt und zum Nutzen für die Natur und Gesellschaft entwickelt werden kann
Dr. Bettina Matzdorf, Leiterin des Projektes, hatte die Idee sich zu derartigen
Fragen mit anderen jungen Wissenschaftlern zu beschäftigen und bewarb sich 2007
beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) um eine Projektförderung
unter dem Titel „Bedeutung und Innovationspotential der Zivilgesellschaft für
die Honorierung ökologischer und kulturlandschaftlicher Leistungen“ (CIVILand).
Nach einer achtmonatigen Vorbereitungsphase, in der das vorhandene Wissen
gesichtet, Kontakte geknüpft und die Forschungspläne ausgearbeitet wurden,
stellt das Ministerium im Rahmen seines Programms „Sozial-ökologische Forschung“
nun insgesamt 1,2 Millionen Euro für die Gruppe zur Verfügung. Das mittlerweile
achtköpfige Team wird zusätzlich mit Mitteln des ZALF unterstützt und begann
Anfang Juli 2009 mit seiner Arbeit. Im Projekt wirken weitere starke Partner aus
der Praxis und der Wissenschaft mit so z. B. das renommierte Gund Institut für
Ökologische Ökonomie der Universität Vermont (USA).
Weiterführende Informationen erteilt:
Dr. Bettina Matzdorf
Matzdorf(at)zalf.de
www.civiland-zalf.org
kostenfreie Bilder zum Herunterladen:
![]() Logo des Projektes CIVILand. |
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Bunte Wiesen in einer agrarisch genutzten Landschaft erhalten den Wert einer Kulturlandschaft Foto: ZALF, H. Schäfer |
Über das ZALF
Das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. leistet mit
seinem fachübergreifenden Forschungsschwerpunkten zur Erforschung von Systemen
in Agrarlandschaften und der Entwicklung ökologisch und ökonomisch vertretbarer
Landnutzungssysteme seinen Beitrag zur zukünftige Entwicklung ländlicher Räume.
Seit 1997 ist es Mitglied der Leibniz Gemeinschaft.
Nachdruck, auch auszugsweise, frei. Belegexemplar
erbeten an:
ZALF, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Heike Schäfer, Eberswalder Str. 84, 15374 Müncheberg, Germany
fon ++49 (0)33432 82-363/200
fax ++49 (0)33432 82-223
hschaefer(at)zalf.de