Das Institut für Bodenlandschaftsforschung untersucht Strukturen, Prozesse und Funktionen von Bodenlandschaften. Dabei verstehen wir unter Bodenlandschaften die langfristig entwickelten Bodengesellschaften in ihrem aktuellen landschaftsökologischen Prozessgefüge.
Der Schwerpunkt unserer Arbeiten liegt auf der Entwicklung innovativer Methoden und ihrer skalenübergreifenden Integration.
Motivation
Böden sind vierdimensionale Naturkörper und durch eine immanente, raum-zeitliche Heterogenität charakterisiert. Böden können daher weder in ihrer Genese noch in ihrer aktuellen Prozessdynamik und Funktionalität als isolierte Punkte (Peda) bzw. Areale (Pedotope) verstanden werden. Für ein umfassendes Verständnis sind der räumliche Kontext, die Nachbarschaftsbeziehungen von Böden in Landschaften und die dort auftretenden Wechselwirkungen zu beachten, z.B. Lateraltransporte. Bodenlandschaften sind mithin mehr als die Summe ihrer Teile oder die Beschreibung von Bodenheterogenität. Bodenlandschaften sind zugleich wichtige Kompartimente terrestrischer Biogeosysteme und damit bedeutende Bestandteile globaler Stoffkreisläufe.
Wir verstehen unter Bodenlandschaften die langfristig entwickelten Bodengesellschaften in ihrem aktuellen landschaftsökologischen Prozessgefüge.
Ziele
Das Institut für Bodenlandschaftsforschung hat sich zum Ziel gesetzt, Methoden zu entwickeln, mit denen die Strukturen, Prozesse und Funktionen von Bodenlandschaften aufgeklärt werden können und dies unter besonderer Berücksichtigung der zu erwartenden Klima- und Landnutzungsänderungen in Agrarlandschaften Nordmitteleuropas.
Damit ist die Bodenlandschaftsforschung in die übergeordneten forschungspolitischen Ziele sowohl des Boden- und Ressourcenschutzes auch der Multifunktionalität von Agrarlandschaften eingebettet und dient letztlich einer nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raumes.
Konzept
Wir sind der Meinung, dass das gesteckte Ziel nur über ein verbessertes Prozessverständnis auf verschiedenen Raum- und Zeitskalen zu erreichen ist. Die Prozessforschung ist jedoch explizit an die jeweiligen, prozesssteuernden Strukturen zu koppeln ("scaleway").
Hierfür wurde das Forschungskonzept einer methodenorientierten, GIS-basierten, multiskaligen Bodenlandschaftsanalyse entwickelt. Es integriert die drei Forschungsbereiche der (i) Struktur-, (ii) Prozess- und (iii) Funktionsanalyse von Bodenlandschaften, welche zugleich die Arbeitsgruppen definieren, in denen die WissenschaftlerInnen am BLF organisiert sind.
Adressaten
1928 - 1991 Während am Forschungsstandort Müncheberg seit 1928 vorrangig Züchtungsforschung betrieben worden war, wurde ab 1952 im Institut für Acker- und Pflanzenbau Bodenforschung betrieben. ...weiter