Befehle des Menübands überspringen
Zum Hauptinhalt wechseln
Suche
Breadcrumb Navigation

Interview: Drohnen in der Forschung

Hauptinhalt der Seite

Lesen als PDFnew tab icon

Herr Wehrhan, Sie arbeiten am ZALF als Drohnenpilot. Wofür benötigt die Forschung solche Fluggeräte?

Wollen wir in einem Landschaftsgebiet flächendeckend Daten, zum Beispiel zu Vegetation oder Bodeneigenschaften erheben, sind wir bislang auf Satellitenaufnahmen angewiesen. Doch trotz des technischen Fortschritts ist die Auflösung für einige unserer Forschungsfragen zu gering. Wir haben keinen Einfluss auf den Zeitpunkt der Aufnahmen und: Satelliten können bisher nicht durch Wolken sehen. Einzige Alternative waren bislang Erhebungen mit dem Flugzeug, was aber sehr aufwendig und teuer ist. Fortschritte in der Drohnentechnik erlauben uns nun, diese Lücke zu schließen. Immer leichtere und preisgünstigere Sensoren und Flugsysteme lassen uns viel flexibler Aufnahmen machen, mit einer Auflösung von unter zehn Zentimetern.

Wie funktioniert so ein Flug mit der Drohne?

Das Drohnensystem »Tron«, mit dem ich arbeite, sieht aus wie ein kleines Segelflugzeug mit zwei kleinen  Propellertriebwerken. Die meisten Missionen fliegt sie in einer Höhe bis 200 Meter mit rund 80 km / h. Bislang sind solche Einsätze nur im Sichtbereich des Piloten erlaubt, also in einem Radius von rund 600 Metern. In dieser Konstellation sind Flugzeiten von ca. 1 Stunde und eine Flächenabdeckung von ca. 100 Hektar möglich. Die Flugroute wird zuvor am Computer geplant und anschließend auf den Autopiloten übertragen. Der Flug erfolgt vollautomatisch. Ich bin zwar mit einer Fernbedienung vor Ort, greife aber nur im Notfall ein.

Könnten Drohnen wie diese zukünftig auch in der Landwirtschaft genutzt werden?

Das ist möglich, hängt aber von der Aufgabenstellung ab. Drohnen wie unsere eignen sich für weiträumige Erhebungen ganzer Landschaftsausschnitte. Um auf der Ebene der Einzelpflanzen beobachten zu können, werden eher tief und langsam fliegende Quadrocopter-Drohnen eingesetzt. Schwerlastdrohnen, die bis zu 500 kg transportieren können, sowie Roboter am Boden verarbeiten diese Informationen dann, etwa um Pflanzenschutzmittel oder Dünger nur ganz lokal und damit umweltschonend einzusetzen – das wäre ein mögliches Zukunftsszenario.

Welche Forschungsfrage versuchen Sie aus der Luft zu beantworten?

Wir setzen die Drohne im Projekt CarboZALF 2.0 gerade ein, um herauszufinden, wieviel zusätzlichen Kohlenstoff landwirtschaftlich genutzte Böden bei angepasster Bewirtschaftung speichern könnten. In diesem Speicherpotential
liegt eine große Chance, einen Teil der weltweiten CO2-Emissionen in Böden festzulegen und gleichzeitig die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen. Mit der Tron bestimmen wir einerseits den aktuellen Kohlenstoffsättigungsgrad der Böden und andererseits den Kohlenstoffeintrag in Böden über die Kulturpflanzen. So können wir die noch ungenutzten Speicherpotenziale der Böden ermitteln und die Landbewirtschaftung gezielt anpassen.

Weitere Informationen

Fusszeile der Seite
YouTube
Twitter
Facebook
© Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. Müncheberg